Corona-Branchencheck: Freizeitparks

Vergnügen an der frischen Luft verboten
Freitag, 26. März 2021

Gut anderthalb Wochen noch bis Ostern. Jetzt um die Zeit beginnt normalerweise die Saison der Freizeit- und Vergnügungsparks. Aber Achterbahn fahren – bspw. in Belantis bei Leipzig ist leider nicht möglich. Auch die Westernstadt Pullmann City Harz in Hasselfelde hat ihre für Freitag, 26. März 2021 geplante Wiedereröffnung verschoben. Auch der Heidepark Soltau und Filmpark Babelsberg haben ihre Wiedereröffnungen verschoben. Im Serengetipark Hodenhagen ist nur der Tierparkbereich geöffnet, der Vergnügungsabschnitt nicht. Ebenfalls geschlossen bleiben vorerst der Erlebnistierpark Memleben und der Freizeitspaß Eckartsberga. Letztere Einrichtung plant ihre Wiedereröffnung am 1. Mai 2021.

Und das obwohl sich die Menschen in Vergnügungsparks an der frischen Luft befinden. Doch Bundesweit in allen Landesverordnungen haben Vergnügungsparks nicht die Erlaubnis zu öffnen. Auch nicht, wenn jetzt die Osterruhe vom Tisch ist sagt Jürgen Gevers Geschäftsführer des Bundesverbands dt. Freizeitparks „In normalen Coronafreien Jahren ist Ostern ein wichtiges Geschäft. Wann haben die Leute Zeit? Natürlich in den Ferien. Ostern inkl. Karfreitag sind superwichtige Tage, die nun in 2021 fehlen.“.

Inzwischen haben die Betreiber einen Haken drangemacht und auch Pfingsten wackelt. Denn ein Freizeitpark öffnet nicht von heute auf morgen, sondern es bedarf einen gewissen Vorlauf „Um die Parks fit zu machen für den Sommer. Da müssen Blumen zurück geschnitten werden, vielleicht da hier und da nochmal geschnitten. Der TÜV kommt, nimmt die Fahrgeschäfte ab, damit alles sicher ist. Das Catering, die Gastronomie muss bestückt werden. Das Bedarf einer Vorlaufzeit von bis zu vier Wochen, das heißt Freizeitparks müssen noch eher Saisonkräfte einstellen. Nur jetzt weiß man nicht, wann darf man eröffnen zu wann darf man einstellen?“  

Parkbetreiber fordern daher einen Stufenplan um rechtzeitig zu sehen, wann sie sich vorbereiten können. Auf Öffnungen warten auch die zahlreichen Saisonkräfte „Viele haben da einen Mitarbeiterstamm schon seit Jahren, die jede Saison immer wieder gerne in der Einrichtung arbeiten. Da ist das ganz große Problem, was geschieht wenn die Inzidenzzahlen steigen und eine Schließung droht? Dann läuft man Gefahr, dass man Mitarbeiter gar nicht fortbeschäftigen kann. Kurzarbeit gibt es nicht für Saisonkräfte und das ist ein großes Problem. Man hat ja Verantwortung für die Saisonkräfte, die dann auf der Straße sitzen würden. Also das ist nicht nur für die Parkbetreiber ein großes wirtschaftliches Problem sondern vor allem auch für die vielen, vielen Mitarbeiter.“

Ohnehin findet Gevers es unlogisch, dass dagegen Wild- und Tierparks sowie Zoos öffnen dürfen „Ich kann es schwerlich nachvollziehen. Belantis etwa ist ein großzügig angelegter Freizeitpark, wirklich sehr viel Platz. Ist natürlich anders als bei einem Zoo, der ja meist städtisch liegt. Wie reise ich da an? Mit dem öffentlichen Verkehrsmittel. Freizeitparks die liegen ja meist ländlich, reise ich mit dem Auto an.“ Insolvenzen sind Gevers keine bekannt. Die meisten Parks hätten vernünftig gewirtschaftet, um diese Durststrecke zu überstehen. Staatliche Hilfen, wie etwa November- und Dezemberhilfen greifen nicht, da es keine Vorjahremonate gibt. Um diese Zeit haben ja die meisten Parks geschlossen.

 

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