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Ausschnitt Fahndungsvideo

Lidl-Anschlag: Rentner festgenommen

Montag, 1. März 2021

Nach der Festnahme im Fall der explosiven Postsendungen an süddeutsche Lebensmittelunternehmen weist ein tatverdächtiger Rentner die Vorwürfe zurück. «Er hat sich mittlerweile insoweit zur Tat geäußert, als er diese bestreitet», sagte der Heidelberger Staatsanwalt Thomas Bischoff am Freitag der dpa. «Gleichwohl gehen wir derzeit vom Fortbestehen eines dringenden Tatverdachts aus.» Nach Überzeugung der Ermittler ist der 66-jährige Mann für das Versenden der Sprengstoffpakete über eine Ulmer Postannahmestelle verantwortlich.

Die Ermittler erhoffen sich weitere Hinweise durch das Veröffentlichen eines Videos. Es soll den mutmaßlichen Täter bei der Übergabe der Sprengstoffpakete in einer Ulmer Postannahmestelle zeigen. Zu sehen ist ein mit weißem Schal und dunkler Mütze maskierter Mann, der Pakete am Schalter einreicht und bezahlt. Er trägt dabei schwarze Handschuhe. Die Pakete hat er in zwei weißen Leinentaschen verstaut, bevor er sie auf den Verkaufstresen legt. Die Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass es sich bei dem Mann um den festgenommenen Rentner handelt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft waren es Ermittlungen zur Art der Sprengstoffpakete, die auf die Spur des Mannes führten.

Die Serie hatte vor zwei Wochen am Dienstag in der Warenannahme eines Getränkeherstellers in Eppelheim (Rhein-Neckar-Kreis) begonnen. Dort war ein Mann durch eine Verpuffung verletzt worden, als er ein Paket angenommen hatte. Am darauffolgenden Mittwoch kam es beim Öffnen eines Briefes in der Lidl-Zentrale in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) zu einer Explosion mit drei Verletzten. Ein drittes verdächtiges Paket, das an den Babynahrungshersteller Hipp adressiert war, wurde in der Nacht zu Donnerstag in einem Paktverteilzentrum beim Flughafen München abgefangen und entschärft.