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ACDC in Dresden

AC/DC in Dresden

Höllenglocken und Kanonen in der Dresdner Flutrinne

Sonntag, 10. Mai 2015

Vor 80.000 Fans hat die legendäre Hardrock-Band AC/DC Sonntagabend, 10. Mai, in Dresden ihr zweites Deutschland-Konzert gespielt.

Bei gutem Open Air-Wetter wurden die Musiker um Angus Young und Brian Johnson frenetisch von ihren Fans gefeiert. Traditionsgemäß wird die Show mit dem Titelsongs des aktuellen Albums eröffnet. Diesmal also "Rock or Bust" Wobei hier der Name schon Programm ist: "Rocken oder Kaputtgehen".

750.000 Rockfans in ganz Deutschland und Österreich entscheiden sich für Ersteres und verkauften innerhalb weniger Tage alle Konzerte aus. Da sich Band und Veranstalter immer einige Tickets pro Show reservieren, gab es auch in Dresden dennoch Tickets an der Abendkasse. Enttäuscht wurde wohl keiner von ihnen, wenn sich die größte Rockband aller Zeiten vermutlich zum letzten Mal die Ehre in der sächsischen Landeshauptstadt gibt.

Schon der Showbeginn kochte die Stimmung hoch, als ein Video-Trailer alle Blicke auf sich zog. Es folgte eine perfekte Rock’n’Roll-Hölle, die nicht nur heiß, sondern auch infernalisch laut war. Die Show machen Sänger Brian Johnson mit seiner unverwechselbaren Falsettstimme sowie Leadgitarrist Angus Young, der wie immer sein Markenzeichen trägt: eine Schuljungen-Uniform. In dunkelgrünem Jackett mit kurzer Hose und passender Krawatte, weißen Strümpfen und einem dicken Pflaster auf dem Knie erinnert Young auf diese Weise daran, dass er als Jugendlicher die Schule schmiss, um sich fortan der Musik zu widmen.

AC/DC-Gründer und Bandleader Malcolm Young (62) ist allerdings nicht mehr dabei. Nach Schlaganfall und Demenzerkrankung fristet er sein Dasein in einem Pflegeheim in Sydney und weiß nicht einmal, dass seine Mannen derzeit um die Welt touren. Für ihn rockte Neffe Stevie Young (58), unauffällig aber solide.

Die meisten Songs aus ihrer 40-jährigen Bandgeschichte stammen von ihren erfolgreichsten Alben: "Back in Black" „Dirty Deeds “, „Thunderstruck“, „You Shook Me All Night Long“ und natürlich „TNT" und "Highway to Hell". 150 Techniker bauten Bühne und Anlage auf. Dazu gehörte auch ein Turm, auf dem Angus Young bei „Let There Be Rock“ mitten in den Fans in den Nachthimmel fuhr.

Bei "Hells Bells" wird die Höllenglocke geläutet, bei "Whole Lotta Rosie": die riesige Gummipuppe Rosie, die Hure des Geschäfts, über der Bühne aufgeblasen: mit gewaltigen Brüsten und Banknoten im Strumpfband. Zwei Stunden Theaterdonner, und am Ende der zweistündigen Show feuern die Kanonengeschütze bei "For Those About to Rock (We Salute You)" von der Bühne in den Dresdner Nachthimmel. Alles nicht neu, aber dafür weltweit bewährt, beliebt und erwartet.