Totensonntag: Nachdenken über Tod und Leben

Trauer und Hoffnung ganz nah beieinander
Freitag, 20. November 2020

Der Totensonntag ist immer der letzte Sonntag vorm ersten Advent. Er ist ein besonderer Gedenktag für die Verstorbenen, in dem in Gottesdiensten Trauer und Hoffnung auf besondere Weise zum Ausdruck kommen. Weniger religiöse Menschen nutzen den Tag vor allem, um die Gräber ihrer Lieben zu besuchen und meist mit Nadelgestecken und Grablichtern zu schmücken.

Lichter für die Verstorbenen der letzten 12 Monate

In den Kirchen bzw. zu den speziellen Gottesdiensten entzünden Familienangehörige und Freunde für die Verstorbenen der zurückliegenden zwölf Monate Kerzen, ihre Namen werden verlesen, für sie und ihre Angehörigen gebetet. Man denkt über die Grenzen des eigenen Lebens nachgedacht und die Hoffnung auf Leben zum Ausdruck gebracht. Und natürlich gehen auch Glüubige dann auf den Friedhof und schmücken die Gräber. 

Ewigkeitssonntag in der evangelischen Kirche

König Friedrich Wilhelm III. von Preußen erklärte 1816 den letzten Sonntag des Kirchenjahres als allgemeinen Feiertag zur Erinnerung an die Verstorbenen. Wahrscheinlich spielte bei dieser Entscheidung das Gedenken an die Gefallen der Befreiungskriege eine besondere Rolle. Dieser „Totensonntag“ gewann jedoch schnell Popularität als allgemeiner Gedenktag an die Verstorbenen und wurde auch von anderen Landeskirchen übernommen.

Grün als Farbe der Hoffnung

So bildete er das evangelische Gegenstück zur Feier von Allerseelen (2.11.) in der katholische Kirche. Im Sprachgebrauch der evangelischen Gottesdienstordnungen wird dieser letzte Sonntag des Kirchenjahres als Ewigkeitssonntag bezeichnet, weil in ihm die Trauer und die Erinnerung an die Verstorbenen mit dem Nachdenken über Tod und Leben, die Zeit und die Ewigkeit verbunden ist. Die liturgische Farbe des Ewigkeitssonntags ist grün als Farbe der Hoffnung.

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