Forschungsprojekt zur Sicherheit bei Großveranstaltungen

Forschungsprojekt zur Sicherheit bei Großveranstaltungen

Ergebnisse der RESTART19-Studie

Chance für Dialog mit Politik
Donnerstag, 29. Oktober 2020

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"Dank der Erkenntnisse der Studie RESTART-19 liegen uns jetzt umfangreiche Daten und Fakten zu Großveranstaltungen vor", sagte der DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther heute im Zusammenhang mit der Vorstellung der Studienergebnisse.

"Dieses fundierte Wissen gilt es nun von den politischen Entscheidungsträgern zu nutzen, um mutig und basierend auf den heute vorgestellten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu entscheiden und im Dialog mit der Sport- und Veranstaltungsbranche schnellstmöglich ein Wiedereinstiegszenario zu entwickeln", betonte Günther.

Laut Studie können Veranstaltungen wie in der Kultur und im Sport unter bestimmten Voraussetzungen auch in einer Pandemie in großen Hallen mit Publikum stattfinden. Grundlage für die Studie war ein Konzert-Experiment im Sommer in der Arena Leipzig mit Tim Bendzko. Dabei wurden von den rund 1.400 freiwilligen Teilnehmern riesige Datenmengen erhoben.

Belüftung ist das A und O

Dabei sei das A und O eine gute Belüftungstechnik in den Veranstaltungshäusern. Diese müsse einen regelmäßigen Austausch der Raumluft mit frischer Luft ermöglichen. Dies sei für das Ansteckungsrisiko eine entscheidende Schlüsselkomponente, erklärte Studienleiter Stefan Moritz von der Universitätsmedizin Halle.

Zudem sei die Einhaltung strenger Hygienekonzepte mit Abstandsregeln und eine Maskenpflicht während der gesamten Veranstaltung unabdingbar.

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick:

  • Die Gesamtzahl der mehrere Minuten langen kritischen Kontakte ist bei der Veranstaltung nicht sehr hoch und kann durch Hygiene-Konzepte erheblich reduziert werden.
  • Insbesondere während des Einlasses und der Pausen finden viele Kontakte statt. Daher muss darauf der Fokus bei der Planung liegen.
  • Schlechte Belüftung kann die Zahl der dem Ansteckungsrisiko ausgesetzten Menschen deutlich erhöhen.
  • Rund 90 Prozent der Studienteilnehmenden finden es nicht schlimm, eine Maske zu tragen und sind bereit, dies weiterhin zu tun, um wieder Veranstaltungen erleben zu können. (Umfrage nach dem Konzert-Experiment)
  • Bei Einhaltung von Hygiene-Konzepten sind die zusätzlichen Auswirkungen auf die Pandemie insgesamt gering bis sehr gering.

Anhand ihrer Erkenntnisse leiten die Forschenden folgende Empfehlungen ab:

  • Veranstaltungshäuser benötigen Belüftungstechnik, die eine gute Belüftung und einen regelmäßigen Raumluftaustausch mit frischer Luft ermöglicht. Sinnvoll ist die Erstellung eines Bewertungssystems für eine adäquate Raumlufttechnik.
  • So lange die Pandemie anhält, müssen Hygiene-Konzepte weiterhin angewendet werden: Maskenpflicht in der Halle; Hygiene-Stewards zur Einhaltung der Standards.
  • Der Bestuhlungsplan und somit die Gästezahl sollten an die Inzidenz angepasst werden.
  • Als Zugang zu den Veranstaltungsorten sollten mehrere Eingänge vorhanden sein, um Besucherströme zu lenken. Wartezonen ins Freie verlagert werden.
  • Während der Veranstaltung sollte an den Sitzplätzen gegessen werden, um Gedränge und lange Kontakte an Imbiss-Ständen zu vermeiden.

 

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