Treppe zur Leipziger Oper muss saniert werden

Aufgang zum Portikus baufällig

Die Treppe hinauf zum Portikus der Oper Leipzig am Augustusplatz ist dringend sanierungsbedürftig. Wegen Gefahr in Verzug hat die Dienstberatung des Oberbürgermeisters unverzüglich die Instandsetzung auf den Weg gebracht. Die Beschlussfassung des Vorhabens obliegt dem Betriebsausschuss Kulturstätten. Schon Im März 2022 soll mit dem ersten Bauabschnitt der Sanierung begonnen werden. Im Frühjahr 2023 ist der Abschluss aller Arbeiten geplant. Die Gesamtkosten liegen bei rund 1,6 Millionen Euro.

Nach einer Kamerauntersuchung im Juli dieses Jahres musste bereits die östliche Hälfte der Treppe gesperrt werden. Es zeigten sich gravierende Korrosionsschäden in der Bewehrung der Unterkonstruktion der Treppe, die seit dem Bau der Oper 1960 unverändert geblieben ist. Weil sich rostender Stahl im Volumen vergrößert, ist der Beton der Träger der Treppenstufen großflächig abgeplatzt. Die Bausachverständigen gehen davon aus, dass der Schaden das gesamte Treppenbauwerk umfasst, weshalb nach der östlichen Hälfte auch die westliche restauriert werden muss.

Geplant ist, die gut erhaltenen Treppenstufen aus Harzer Granit aufzuarbeiten und wieder zu verwenden. Einige Stufen müssen wegen Abplatzungen aus farblich passendem Granit ersetzt werden. Die Unterkonstruktion wird abgebrochen und aus Betonfertigelementen neu gebaut. Zudem wird geprüft, ob sich die Sicherheit der Opernbesucher durch eine indirekte LED-Beleuchtung der Stufen erhöhen lässt.

Die Ursachen für die Schäden sind neben dem schieren Alter des Bauwerks auch die Wirkung von Streusalz von der nahegelegenen Straße sowie die Lage der früheren Übergabestelle der Dampfwärme direkt unter der Treppenkonstruktion. Zwar blieb die Operntreppe auch im Winter eisfrei, aber über Jahrzehnte hat der dort austretende Dampf auf die Treppenpfeiler Feuchtigkeit gebracht, die durch Risse letztlich eindringen und den Rost mitverursachen konnte. Seit der Energieträgerumstellung 1994 war an selber Stelle der Abluftkanal der Fernwärmeheizung untergebracht. Dieser wurde nach Feststellung der Schäden außer Betrieb genommen.

Finanziert werden soll das Vorhaben zu 871.000 Euro aus den regulären Zuwendungen für Instandhaltungsmaßnahmen der Stadt Leipzig an die Oper, den Rest bestreitet die Oper aus Eigenmitteln. Der Eigenbetrieb strebt zudem eine Förderung durch das Landesamt für Denkmalpflege an. Bis zu 90 Prozent der Kosten sind förderfähig.

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