Nach Anschlagsdrohungen

Razzien gegen Rechtsextremismus
Mittwoch, 9. Oktober 2019

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Einsatz im Ankerzentrum Donauwörth
Einsatz im Ankerzentrum Donauwörth

Razzien in Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Hier hat die Polizei am Mittwochmorgen die Wohnungen von Verdächtigen durchsucht, die im Juli bundesweit Drohschreiben u.a. an Moscheen, Ankerzentren und Parteizentralen geschickt und darin mit Sprengstoffanschlägen gedroht hatten. Insgesamt 23 Mails zählte die Polizei. 

Auch in Bayern und Baden-Württemberg liefen Razzien.   

Insgesamt sieben Verdächtige hat die Polizei im Visier, sechs von ihnen hat sie vorläufig festgenommen, sie sind inzwischen wieder auf freiem Fuß. Nach dem siebten Verdächtigen wird noch gesucht. Die Ermittler ordnen sie der rechtsextremen Szene zu - die Drohmails waren mit "Volksfront", "Combat 18" oder "Blood and Honour" unterschrieben.

In Suhl in Thüringen und im Kreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt waren Polizisten in je einer Wohnung im Einsatz. Sichergestellt wurden Datenträger wie Computer, Smartphones und Festplatten - «alles was mit dem Versand von E-Mails zu tun hat», sagte ein LKA-Sprecher. «Sämtliche Beschuldigte stehen schon länger im Fokus polizeilicher Ermittlungen.»  

Das LKA Bayern ist verantwortlich für die Ermittlungen. Der Sprecher vom LKA in Sachsen-Anhalt sagte uns, er sei von den Kollegen am Morgen auch nur angerufen und über die Razzien informiert worden. 

Das Neonazi-Netzwerk «Blood & Honour» (Blut und Ehre) ist verboten. Die gewaltbereite rechtsextreme Organisation «Combat 18» gilt als bewaffneter Arm von «Blood and Honour» und ist in mehreren europäischen Ländern aktiv.

«Combat» steht im Englischen für Kampf. «18» gilt als Szenecode für den ersten und den achten Buchstaben im Alphabet, also A und H - die Initialen von Adolf Hitler. Die «Volksfront» ist eine ursprünglich aus den USA stammende rechtsextreme Organisation. Offiziell hatte sie sich 2012 aufgelöst.