Leipzig

Kulturkataster in Leipzig

Stadt will Standortkonflikte bei Bauplanungen vermeiden

Die Stadt Leipzig und das Leipziger Kulturbündnis #DASistLEIPZIG – hierbei vornehmlich das LiveKommbinat Leipzig e.V. und die Initiative Leipzig + Kultur e.V. – haben ein Kataster für Kunst- und Kulturorte in Leipzig erarbeitet. Es ist in der ersten Entwicklungsstufe als Clubkataster seit Donnerstag, 3. Februar 2022 auf leipzig.de öffentlich zugänglich und wird in den kommenden Monaten zu einem umfassenden Kulturkataster ausgebaut, teilte die Verwaltung am Donnerstagmorgen mit.

Demnach ist eine geografische, interaktive, digitale Stadtkarte entstanden, die Auskunft über die Ortslagen sowie die stadträumliche Verteilung der Kulturorte gibt. In der ersten Ausbaustufe sind zunächst bestehende und ehemalige Standorte der Leipziger Clubkultur enthalten. Dafür haben auf städtischer Seite das Amt für Geoinformation und Bodenordnung, das Stadtplanungsamt und das Dezernat Kultur zusammengearbeitet.

„Die Forderung nach einem online Kulturkataster geht auf einen Stadtratsbeschluss zurück, der nun umgesetzt und weiterentwickelt wird. Neben der virtuellen Verfügbarkeit von wichtigen Information zur Clubszene in Leipzig gehen wir den ersten Schritt zu einem Kulturkataster, in dem auf freiwilliger Basis auch Kulturakteurinnen und -akteure ihr Einrichtungen verorten können. Diese Plattform bietet einen komprimierten Überblick über die Vielfalt der Leipziger Kulturszene, der über die Pandemie hinaus auch wichtig für den Umgang mit der Clubkultur in einer wachsenden Stadt ist. Mein Dank geht an die Kolleginnen und Kollegen aus der Stadtverwaltung und das Kulturbündnis #DASistLEIPZIG für ihre produktive und zielorientierte Arbeit“, sagt Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke.

Das Kataster bietet in seiner ersten Ausbaustufe auch die Möglichkeit, mittels eines Zeitschiebereglers die Standortentwicklung der Leipziger Clubs seit 1970 zu visualisieren, so dass sichtbar wird, wie sich die Club- und Livemusikspielstätten-Landschaft in den vergangenen Jahrzehnten in Leipzig verändert hat. Die ehemaligen Clubstandorte sind Zeugen der besonderen Herausforderung, die insbesondere in den vergangenen Jahren zunahmen. Leipzig ist seit einem knappen Jahrzehnt eine wachsende Stadt. Das führt zur Nachverdichtung von Quartieren, die mit wachsender Nutzungskonkurrenz zwischen Kulturorten und Wohnen, Gewerbe, Büro und Hotellerie einhergeht.

Mit dem Kulturkataster erhalten die Nutzer einen räumlichen Überblick über die Vielfalt der Leipziger Kulturszene, welche es in Zeiten von Corona-Pandemie und des Stadtwachstums weiter zu schützen und strategisch weiterzuentwickeln gilt. Der Stadtverwaltung soll das Kataster deshalb insbesondere zur ämterübergreifenden Abstimmung von Prozessen der Stadtplanung und Kulturentwicklung dienen. Wichtigstes Ziel dabei ist, Standortkonflikte bei Bauvorhaben frühzeitig zu erkennen und diese unter Einbezug aller Beteiligten aufzulösen, um ein Verschwinden von Kulturorten zu verhindern oder notfalls rechtzeitig nach alternativen Standorten zu suchen.

Hierzu ergänzt Jörg Kosinski, Vorstandsmitglied des LiveKommbinat Leipzig e.V.: „Clubs und Live-musikspielstätten sind Kultur. Das gilt ganz im Besonderen für Leipzig. Das Leipziger Kulturkataster macht das nun für alle – nach innen für die Stadtverwaltung und nach außen für alle anderen – ersichtlich. Wir erhoffen uns vom Kulturkataster neben der bloßen Darstellung mittelfristig eine vorbeugende und potenziell schützende Wirkung für alle Kulturorte in Leipzig – nicht nur für Clubs.“

Das Kataster soll in den kommenden Monaten weiter ausgebaut werden, so dass es künftig einen möglichst breiten Überblick über die Ortslagen der Kunst- und Kulturorte im Leipziger Stadtraum geben wird. Die Weiterentwicklung zu einem ganzheitlichen Kulturkataster ist ein Projekt des Dezernates Kultur, das in Kooperation mit dem Leipziger Kulturbündnis #DASistLEIPZIG umgesetzt wird.

Die Aufnahme und der Eintrag im Kulturkataster sind freiwillig und werden auf Initiative des jeweiligen Kunst- und Kulturortes erfolgen. Hierfür gibt es ein Aufnahmeverfahren, das entsprechende Kriterien definiert und von einer Jury aus Mitgliedern des Kulturamts und des Kulturbündnisses begleitet wird.

Hintergrund

Der Stadtrat hatte im Mai 2019 auf die zunehmende Verdrängung von Musikclubs mit dem Beschluss zum Schutz der Clubkultur reagiert und die Stadtverwaltung damit beauftragt, ein Club- und Livemusikspielstättenkataster zu erarbeiten. Zur Umsetzung des Beschlusses hat sich die Arbeitsgruppe Clubkultur gebildet, in der das Büro des Oberbürgermeisters, das Dezernat Stadtentwicklung und Bau, das Dezernat Kultur, das Dezernat Wirtschaft / Arbeit und Digitales, das Dezernat Umwelt, Ordnung und Sport, die IHK zu Leipzig, die Leipzig Tourismus und Marketing GmbH sowie das Leipziger Kulturbündnis #DASistLeipzig vertreten sind. Ein wesentlicher erster Schritt dieser Zusammenarbeit war die Umsetzung und Erweiterung dieser Idee zu einem umfassenden Kulturkataster.

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