siegmund-jaehn-810x289-1.jpg

Sigmund Jähn

Kosmonaut Sigmund Jähn ist tot

Erster Deutscher im Weltall starb am Samstag
Samstag, 21. September 2019

Jaehn_Bykowski_62750712.jpg

Sigmund Jähn, Waleri Bykowski
Die Kosmonauten Sigmund Jähn (r.) und Waleri Bykowski (l.) 1978

Der erste Deutsche im Weltall ist tot. DDR-Kosmonaut Sigmund Jähn starb am Samstag, 21.9.2019, im Alter von 82 Jahren.

"Mit Sigmund Jähn verliert die deutsche Raumfahrt einen weltweit anerkannten Kosmonauten, Wissenschaftler und Ingenieur", sagte die Vorstandsvorsitzende des DLR, Pascale Ehrenfreund.

Sigmund Jähn war am 26. August 1978 mit der Rakete "Sojus 31" zusammen mit dem sowjetischen Kosmonauten Waleri Bykowski (1934-2019) ins All geflogen. Dort verbrachte er 7 Tage, 20 Stunden und 49 Minuten.

Er wollte nie ein Held sein, war es aber für Generationen

Jähn war in der DDR ein Volksheld und genoss große Popularität. Trotz seines Ruhmes blieb er immer bescheiden und wurde deshalb besonders verehrt. Erst 1983 flog Ulf Merbold aus dem Westen als zweiter Deutscher ins All.

Der Heimat stets verbunden

Der am 13. Februar 1937 geborene Sigmund Werner Paul Jähn war Oberstleutnant der DDR-Armee NVA. Der gelernte Buchdrucker stammte aus der sächsischen Kleinstadt Morgenröthe-Rautenkranz. Nach der Ausbildung zum Jagdflieger bei den Luftstreitkräften der NVA wurde er von 1976 an in der Sowjetunion mit einem harten Training auf seinen Flug ins All vorbereitet.

In seiner vogtländischen Heimatstadt erinnert die Deutsche Raumfahrtausstellung an seinen Weltraumflug. Jähn, der verheiratet war und zwei Töchter hatte, lebte in Strausberg bei Berlin. Er blieb seiner Heimat aber immer verbunden und hatte im Vogtland ein Wochenendhaus.

Deutsche Raumfahrer im All

DDR-Kosmonaut Sigmund Jähn war der erste von bislang elf Deutschen im Weltraum. Er flog im August 1978 für knapp acht Tage zur sowjetischen Raumstation Saljut 6.

Im November 1983 startete der bundesdeutsche Astronaut Ulf Merbold in einem Space Shuttle ins All. Er war als einziger Deutscher bislang dreimal im All.

Alexander Gerst ist dagegen nach der Rückkehr von seinem zweiten Aufenthalt auf der Internationalen Raumstation (ISS) der Deutsche, der am längsten im Weltraum war: 2014 verbrachte er 166 Tage im All, 2018 kamen 197 weitere hinzu.