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"Gorbi" hat Geburtstag

Wegbereiter der Einheit wird 90
Dienstag, 2. März 2021

Heute wird der letzte Staatspräsident der Sowjetunion Michail Gorbatschow 90 Jahre alt. Mit seiner Politik wollte der Friedensnobelpreisträger reformieren, doch ihm gelang nicht nur das.

Nah dran an den Menschen 

Gorbatschow wurde 1931 als Sohn von Bauern in bitterer Armut geboren. Nach der Schule studierte er Jura in Moskau. Danach begann seine atemberaubende politische Karriere. Trotz seines steilen Aufstieges innerhalb der Kommunistischen Partei verlor Gorbatschow nie den Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern. 1985 wurde er zum Generalsekretär der Kommunistischen Partei gewählt.

Glasnost und Perestroika

Als sich in den 1980er-Jahren die finanzielle Situation der Sowjetunion immer weiter verschlechterte, begründete Gorbatschow einen neuen politischen Kurs mit Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung). Die Bevölkerung der UdSSR bekam so mehr Freiheitsrechte zugesprochen. Zudem trieb Gorbatschow die Abrüstung der Sowjetunion voran und förderte somit die Beendigung des Kalten Krieges. 

"Dank der Demokratie ist die Umgestaltung selbst möglich"  

Im Oktober 1989 reiste Gorbatschow zum 40. Jahrestag der DDR nach Ost-Berlin. Bei den DDR-Bürgern galt er schon lange als Heilsbringer. Nicht zuletzt durch seinen demokratischen Kurs konnte rund einen Monat nach seinem Besuch die Mauer fallen. Die Friedliche Revolution der Bürgerinnen und Bürger der DDR war erfolgreich. Bei einem Treffen mit Bundeskanzler Helmut Kohl konnte durch seine Zustimmung auch die deutsche Einheit gelingen. 

Totengränber der Sowjetunion

Am 14. März 1990 wurde Gorbatschow zum Präsident der Sowjetunion ernannt. Jedoch fand seine Präsidentschaft ein schnelles Ende, als sich elf ehemalige Sowjetrepubliken erfolgreich für unabhängig erklärten. Am 25. Dezember 1991 trat Gorbatschow zurück. Fünf Tage später löste sich die Sowjetunion auf. Gorbatschows Leistungen werden bis heute speziell in der westlichen Welt anerkannt und gewürdigt. In Russland selbst gilt der überzeugte Sozialist jedoch als "Totengräber der UdSSR".      

Das berühmt Zitat

"Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben" soll er zu Erich Honecker gesagt haben. Stimmt aber nur im übertragenen Sinn. 1:1 übersetzt sagte er: "Ich glaube, Gefahren warten nur auf jene, die nicht auf das Leben reagieren." Der Sinn bleibt aber - die Warnung auch ... und, dass er recht damit behielt!

 

Gorbi in Dessau

Seit Oktober 2020 steht auf dem Platz der Deutschen Einheit in Dessau-Roßlau ein Denkmal für Michail Gorbatschow (siehe Bild neben Text). Es wurde zum 30. Jahrestag der Deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober enthüllt. Das lebensgroße Bronzedenkmal hat der Künstler Bernd Göbel aus Halle entworfen. Er habe als Staatsmann, Reformer und «Ermöglicher» mit seinem Wirken erst die Voraussetzungen geschaffen für die Friedliche Revolution 1989 und die Deutsche Einheit 1990, hieß es von der Stadt.