Franz Müntefering wird 80

Donnerstag, 16. Januar 2020

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Gerhard Schröder und Franz Müntefering
06.10.2005, Berlin: Der damalige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering (r) unterhält sich zu Beginn der SPD-Präsidiumssitzung mit dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Er brachte die Rente mit 67 auf den Weg und geißelte gierige Finanzinvestoren als «Heuschrecken»: Franz Müntefering wird heute 80 Jahre alt.

Der Vollblutpolitiker aus dem Sauerland war Ende der 90er neben Kanzler und Parteifreund Gerhard Schröder Bundesminister für Verkehr, Bau und Wohnungswesen. Als Angela Merkel 2005 Bundeskanzlerin wurde, war er ihr Vize und Bundesminister für Arbeit und Soziales. Er hatte auch zweimal das Amt des Fraktionsvorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion. 2013 zog er sich aus dem Bundestag zurück.

"Münte", wie ihn viele im SAW-Land sicher noch aus der Radio-Comedy "Die Bundestagskantine" kennen, war dreimal verheiratet. Seine zweite Frau starb 2008 an Krebs. Ende 2009 heiratete er die 40 Jahre jüngere Journalistin Michelle Schumann. Sie wurde 2013 Mitglied des Bundestages - im gleichen Jahr hörte er dort auf. Frau Müntefering ist seit März 2018 Staatsministerin im Auswärtigen Amt.

Politisch aktiv ist Franz Müntefering trotzdem noch. Erst im Dezember meldete er sich zu Wort und warnte die damals frisch designierte neue Parteispitze eindringlich davor, die große Koalition platzen zu lassen. «Wenn man den Bruch provoziert, wenn man das Ding gezielt kaputt macht, dann wird (...) man bei der nächsten Wahl dafür die Quittung bekommen», sagte Müntefering dem Berliner «Tagesspiegel». «Denn das ist ganz klar: Wer in einem Fußballspiel in der zweiten Halbzeit in die Kabine läuft und sagt: Wir haben jetzt keine Lust mehr, wir kommen nächsten Sonntag wieder, da sind wir wieder gut drauf, der wird nicht bejubelt, sondern ausgepfiffen.» 

Müntefering hatte 2004 in seiner Bewerbungsrede zum Parteivorsitz den Satz geprägt: «Opposition ist Mist. Lasst das die anderen machen - wir wollen regieren.»

 

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