Impfpass

EU-Impfnachweise ohne Booster nur noch neun Monate gültig

In Deutschland gibt es noch keine solche Regelung

Reisen ohne Booster-Impfung in der EU ist für viele Menschen nun deutlich schwieriger. Denn die EU-Impfnachweise sind seit Dienstag ohne Auffrischungsimpfung nur noch rund neun Monate (270Tage) gültig. Nach Ablauf dieser Frist werden Menschen ohne diesen zusätzlichenSchutz bei Grenzübertritten wie Ungeimpfte behandelt.

Das bedeutet in derRegel, dass sie bei grenzüberschreitendenReisen in der EU einen aktuellen negativenTest brauchen oder sogar inQuarantäne müssen. «Dies spiegelt den nachlassenden Schutz des Impfstoffs wieder und unterstreicht, wie wichtig eine Auffrischung ist», sagte EU-Justizkommissar Didier Reynders.

DerImpfnachweisbesteht aus einem QR-Code, der direkt nach der Impfung, etwa in Praxen und Impfzentren erstellt wird. Der Code ist in einer Smartphone-App darstellbar und kann digital ausgelesen werden. Die Codes werden trotz verschiedener Apps der einzelnen Länder überall in der EU anerkannt und erleichtern auf Reisen Nachweise nicht nur über Impfungen, sondern auch über frischeTests und kürzlich überstandene Infektionen mit demCoronavirus.

«Mit den neuen Vorschriften für Reisen innerhalb der EU werden die unterschiedlichen Vorschriften in den Mitgliedstaaten harmonisiert», heißt es vonseiten der EU-Kommission. Wie lange die Grundimmunisierung in den jeweiligenLändern - etwa für Restaurantbesuche oder Veranstaltungen - anerkannt wird, kann sich jedoch weiterhin unterscheiden.

In Deutschland gibt es zurzeit keine Regelung, die die Anerkennungsdauer von Impfnachweisen begrenzt. Menschen mit Booster-Impfung können aber unter Umständen vonTestpflichten befreit sein.

Die EU-Staaten werden lediglich aufgefordert, ihre nationalen Regelungen anzupassen. Wenn sie das nicht machen, drohen aber auch keine unmittelbarenStrafen. Die EU-Absprachen haben aber politisch Bedeutung, so fachten sie jüngst eineDebatte um die Gültigkeitsdauer des Genesenenstatus inDeutschland an. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) verteidigt eine umstrittene Verkürzung von sechs auf drei Monate. In einer Absprache auf EU-Ebene einigten sich die EU-Länder jedoch darauf, dass dieser Status für Reisen 180 Tage anerkannt werden soll.

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