Erschöpfter Luchs in Sicherheit

Sonntag, 15. November 2020

Seit Tagen irrt ein 6 Monate alter Luchs durch den Oberharz. Jetzt am Wochenende konnte das Jungtier völlig erschöpft gerettet werden - auch dank der Hilfe von zwei Frauen. Unser Reporter Michel Holzberger hat mit ihnen gesprochen:

Der junge Luchs war auf der Suche nach Nahrung und wurde zuletzt an der Rappbodetalsperre und in Stiege gesichtet, nach über 20 Kilometern taucht der Luchs am Samstag plötzlich am Mittelsten Teich in Hasselfelde auf. Julia Kätzel ist mit ihrer Freundin gerade spazieren, als beide den sichtlich abgemagerten Luchs entdecken: "Wir wollten ihm unbedingt helfen, aber dazu musste er ja erstmal gefangen werde, wir haben dann den Luchs-Projektleiter Ole Anders vom Nationalpark angerufen."

Gemeinsam mit den Luchs-Experten legen sich die beiden Frauen auf die Lauer: "Es war aufregend, den Luchs zu beobachten und zu hoffen, das er aus seiner Deckung kommt, damit er betäubt werden kann."   

erzählt Diana Grulke - Die Experten versuchen schließlich den Luchs mit einem Pfeil zu betäuben - mit Erfolg: "Wir durften uns den Luchs aus nächster Nähe anschauen, ihn sogar streicheln und dabei helfen Proben zu entnehmen, das war nochmal ein ganz besonderer Moment."

Und genau diesen Moment wird Diana Grulke zusammen mit ihrer Freundin Julia Kätzel nicht so schnell vergessen, immerhin haben sie dem Luchs quasi das Leben gerettet, denn laut Luchs-Projektleiter Ole Anders bestand das Tier sprichwörtlich "nur noch aus Haut und Knochen". Nun befindet sich der Luchs in einer Tier-Auffangstation, er wird dort aufgepäppelt und frühestens im nächsten Sommer ausgewildert.