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Mundschutz, Atemschutzmaske

Ende des Mundschutzes?

Mecklenburg-Vorpommern will Maskenpflicht abschaffen
Sonntag, 5. Juli 2020

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hat eine Abschaffung der Mund-Nase-Bedeckung im Handel ins Gespräch gebracht.

«Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten», sagte Glawe. Er gehe davon aus, dass das Kabinett in Schwerin in seiner Sitzung am 4. August das Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel beschließen werde. «Ich kann die Ungeduld des Handels sehr gut nachvollziehen, die Maskenpflicht abzuschaffen». Die Abstandsregel werde aber grundsätzlich bleiben. Mecklenburg-Vorpommern hat die niedrigsten Infektionszahlen mit dem neuartigen Coronavirus bundesweit.

Glawe kündigte auch Gespräche mit seinen Kollegen in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein an. «Wir versuchen, für alle norddeutschen Bundesländer eine einheitliche Regelung hinzubekommen. Noch lieber wäre mir ein bundesweites Ende der Maskenpflicht im Handel», sagte er.

Am Dienstag hatte das Kabinett in Schwerin beschlossen, dass sich die Menschen im Nordosten in Kürze wieder in unbegrenzter Zahl mit anderen im öffentlichen Raum treffen können. Die Obergrenze von zehn Personen laufe am 10. Juli aus und werde nicht verlängert, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Allerdings bleibe das Abstandsgebot zu Personen bestehen, die nicht zur eigenen Familie oder zum eigenen Hausstand gehören. Ebenso bleibe die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr, beim Einkaufen oder beim Arztbesuch.

Reaktionen aus Sachsen-Anhalt

Wirtschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann sagte zum Thema „Maskenpflicht im Einzelhandel“:

„Auf dem Weg in eine neue Normalität müssen wir alle Maßnahmen, auch strenge Schutzregeln immer wieder auf den Prüfstand stellen. Deshalb sollten wir auch alsbald über die Maskenpflicht diskutieren, die den Handel nach eigenen Angaben enorm belastet. Aus meiner Sicht könnten Masken künftig überall dort in der Tasche bleiben, wo sich der Mindestabstand zwischen den Menschen konsequent einhalten lässt. Hier kann dem Handel mehr Handlungsspielraum eingeräumt werden: Händler sollten die Möglichkeit erhalten, eigenverantwortlich zu entscheiden, ob sie auf einer Maskenpflicht in ihren Geschäften bestehen, wenn die notwendigen Abstände eingehalten werden können. Neben dem Wohlfühlfaktor beim Einkaufen darf freilich auch das Sicherheitsgefühl der Kunden nicht unterschätzt werden. Denn wer sich im Ladengeschäft nicht sicher fühlt, der wird dieses meiden und vermutlich noch stärker online shoppen.“