Corona-Branchencheck: Fitnessstudios

Frust, Online-Kurse, Individualsport
Mittwoch, 20. Januar 2021

Seit Ende 2020 stehen die Laufbänder still, die Hanteln liegen am Boden. Dafür hat Birgit Schwarze, Präsidentin des Deutschen Sportstudioverbands NULL Verständnis

  • "Es gibt keinen Beweis, dass Fitnessstudios Hotspots sind. Es gibt umfangreiche Hygiene- und Abstandskonzepte. Da wurde sehr, sehr viel Geld investiert. Das ist aber nun alles nutzlos gewesen, da wir im zweiten Lockdown sind und nicht wissen wann wir wieder öffnen dürfen." 

Anfängliches Zähneknirschen habe sich in Wut umgeschlagen, so Schwarze. Die Neukundengewinnung sei um 30 Prozent gesunken. Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit, wo viele ein Fitnessstudio aufsuchen sei der Lockdown sehr ungünstig. Und die Finanzhilfen vom Staat kommen sehr schlecht an

  • "Wir haben eine Untersuchung gemacht. Darin steht: 93 Prozent der Novemberhilfe nicht ausgezahlt worden sind und 98,6 Prozent der Dezemberhilfe auch nicht. Das bedeutet, dass in den Betrieben bislang so gut wie kein Geld angekommen ist. Die Reserven sind aufgebracht und wir müssen damit rechnen, dass viele Fitnessanlagen nun mit dem Rücken zur Wand stehen."

Bei Swen Lehmann, Betreiber der Fitnessoase in Querfurt im Saalekreis wird’s nach eigenen Worten langsam knausrig 

  • "Klar halten uns viele Mitglieder die Stange und zahlen weiterhin ihre Beiträge. Ansonsten wirds langsam eng. Nebenkosten für fallen ja weiterhin an: Strom, Wasser, die Leasingraten für Geräte..." 

Verständnis für die Schließungen hat Lehmann nicht, trotz Investition in Hygiene und Desinfektionsmittel, die es bereits vor Corona ohnehin schon gegeben hat. Er hofft auf Lösungen von Seiten der Politik und bietet seinen Kunden jetzt im Lockdown - ähnlich wie andere Fitnessstudios - Onlinekurse für die daheim an. Manch anderer Betreiber bietet auch Individualsport an. Das heißt eine Person darf für eine Stunde in einem Raum Sport treiben.

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