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Wittenberg: Hundertwasser-Gymnasium feiert Jubiläum

Start der Festwochen nach Umbau
Mittwoch, 15. Mai 2019

Friedensreich Hundertwasser ist für seinen außergewöhnlichen Stil bekannt. Auch in Wittenberg hat er seine Spuren hinterlassen.

Zwiebeltürmchen, ein begrüntes Dach und die Fassade ist auch nicht ohne: Am Luther-Melanchthon-Gymnasium in Wittenberg wird der Umbau des Gebäudes nach den Plänen von Friedensreich Hundertwasser (1928-2000) vor 20 Jahren gefeiert. Dazu gibt es eine Festwoche mit Ausstellungen, Theateraufführungen und Musik.
Schüler aus Wittenberg hatten sich nach dem Mauerfall direkt an den berühmten Wiener Künstler und Architekten mit der Bitte gewandt, den DDR-Plattenbau in einen ganz besonderen Ort zu verwandeln, erklärte die Direktorin des Gymnasiums Anja Aichinger.

"Ihr Traum wurde wahr"

Anlässlich der Weltausstellung Expo 2000 in Hannover, bei der Sachsen-Anhalt Korrespondenzstandort war, wurde der DDR-Plattenbau umgestaltet.
Danach entstanden ein Park und Spielstätten für Laientheater und Bands.
Mittlerweile sei die Schule - ohne Zaun - zu einem wichtigen Anlaufpunkt in der Stadt geworden.
Schüler böten zudem Gästen aus der ganzen Welt Führungen durch das Schulareal an.

Das Unmögliche kann möglich werden

Der Bau gelte als Touristenmagnet in der Lutherstadt Wittenberg, wo einst der Reformator und sein Wegbegleiter Philipp Melanchthon Geschichte geschrieben haben.

Derzeit habe die umgangssprachlich "Hundertwasser-Gymnasium" genannte Bildungseinrichtung in Trägerschaft des Landkreises Wittenberg rund 1000 Schüler.
Sie sehe sich der Weltoffenheit des Künstlers und Visionärs Hundertwasser in besonderer Weise verpflichtet. Hundertwasser habe den Menschen auf den Weg gegeben, Unmögliches könne Wirklichkeit werden, wenn man fest daran glaube und sich Mitstreiter suche.
"Diese Erkenntnis ist uns 20 Jahre später wichtiger denn je. In einer Welt, die Schüler zunehmend komplexer und komplizierter erfahren, gibt sie Zuversicht", erklärte Aichinger. Schüler würden ermutigt, sich nicht vor den Problemen der Zeit zu fürchten.

 

Die Schule sei die einzige in Deutschland, die nicht nur den Namen des Künstlers trage, sondern von ihm umgestaltet wurde, sagte Aichinger. Weltweit tragen verschiedenste Projekte und Bauten die unverkennbare Handschrift von Hundertwasser. In Magdeburg wurde 2005 die «Grüne Zitadelle» nach Plänen des Architekten fertiggestellt. Das bunte Gebäude mit wellenförmiger Fassade und schrägen Wänden beherbergt Wohnungen, eine Theaterspielstätte, eine Kindereinrichtung und Läden. In Niedersachsen wurde der Bahnhof in Uelzen nach seinen Plänen gestaltet.