Wieder Prozess: Tod an der A9

Verurteilung wegen Mordes?
Mittwoch, 19. Februar 2020

Prozess_Tod an der A9

Der Fall eines Informatikers, der Anfang 2012 an einem A9-Parkplatz überfallen, verschleppt und getötet wurde, beschäftigt von diesem Mittwoch an das Landgericht Magdeburg. Es ist bereits das dritte Verfahren, nachdem der Bundesgerichtshof die ersten beiden Urteile des Landgerichts Dessau-Roßlau - zumindest in Teilen - kassiert hatte. Jetzt haben die obersten Richter den Magdeburgern aufgegeben, zu prüfen, ob drei Angeklagte wegen versuchten Mordes statt versuchten Totschlags verurteilt werden sollten.

Die Tat vom 9. Januar 2012 geschah laut den Dessauer Richtern und auch nach Überzeugung des Karlsruher Gerichts so: Gemeinsam mit zwei schon rechtskräftig verurteilten Mittätern überwältigten die drei Angeklagten den zufällig als Opfer ausgesuchten 39 Jahre alten Münchner. Der hatte mit seinem Kleintransporter auf dem Parkplatz an der A9 bei Dessau angehalten. Die Gruppe Litauer verschleppte den Informatiker in ein Waldstück und raubte ihn aus. Nach dem Gewaltexzess fesselten die Angeklagten laut Gericht ihr Opfer, legten es in den Transporter und flüchteten. Der 39-Jährige starb dort.

In einem Revisionsprozess verurteilten die Dessauer Richter die Angeklagten 2017 wegen versuchten Totschlags, dazu erpresserischem Menschenraub, Raub und gefährlicher Körperverletzung. Die Nebenklage ging in Revision, ihr Ziel ist eine Verurteilung wegen Mordes.

Da das Landgericht Magdeburg laut einem Sprecher auf viele bereits getroffene Feststellungen zurückgreifen kann, sind nur sechs Verhandlungstage bis zum 5. März angesetzt.