Wieder Drogenfund bei Polizeischüler

Weiterer Drogenfall an der Polizeischule in Aschersleben. Das schreibt die Volksstimme heute. Nach Hinweisen aus den eigenen Reihen hat die Polizei u.a. in der Wohnung eines Schülers in Blankenburg Drogen gefunden. Die Schule suspendierte den 19-Jährigen. Der junge Mann habe im Frühjahr 2017 seine Ausbildung begonnen und wäre im September 2019 in den Polizeidienst übernommen worden.

Laut Volksstimme gibt es aktuell 23 Disziplinarverfahren, neun mit dem Ziel einer Entlassung. Drei sind bereits vollzogen. Meist geht es um Straftaten, oft mit Drogen. Erst im Frühjahr 2018 waren vier angehende Polizistenin Sachsen-Anhalt wegen Drogendelikten entlassen worden, zwei davon sogar wegen des Handels damit. In Magdeburg wurden im Sommer 2018 bei einem Polizeischüler Drogen gefunden.

Drogentests gefordert

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter fordert angesichts der Vorfälle die Einführung von Drogentests, ähnlich wie beim Sport. Landeschef Peter Meißner: „Drogendelikte sind offenbar weiter verbreitet als gedacht. Wir fordern deshalb auch gesetzliche Grundlagen zu schaffen, um einen umfangreichen Drogentest schon im Einstellungsverfahren vorzunehmen.“ Er hob aber auch hervor, dass das „Immunsystem innerhalb der Schule“ offenbar funktioniere.

Sein Kollege Wolfgang Ladebeck von der Deutschen Polizeigewerkschaft fordert: „Diese Vorfälle schaden ganz erheblich dem Ansehen der Polizei. Deshalb müssen alle Möglichkeiten genutzt werden, um dagegen vorzugehen.“ Der Landeschef bezieht dies auf den aktuellen Gesetzentwurf, der es ermöglichen soll künftig auch polizeiinterne Datenbank zur Überprüfung der Bewerber nutzen zu können. Bisher ist nur ein polizeiliches Führungszeugnis nötig, das Verurteilungen wegen schwerer Straftaten auflistet.

Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Uwe Bachmann, sagte der Volksstimme: „Man sollte auch überlegen, ob man dieses Verfahren dann nicht auch für die bereits sich in der Schule befindlichen Anwärter anwendet.“ SPD-Innenexperte Rüdiger Erben: „Es muss etwas passieren, dass wir aus dieser Spirale rauskommen.“ Es sei wichtig mehr Betreuer einzustellen, weil die Anwärter auch immer jünger werden. Aktuell laufen wegen solcher Fälle 23 Disziplinarverfahren in Aschersleben. Der Bund deutscher Kriminalbeamter fordert die Einführung eines Drogentests. Das Innenministerium hatte psychologische Tests für Polizei-Bewerber angekündigt.

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