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Wenig Schlaf macht unbeliebt

Neue Studie zeigt überraschendes Ergebnis
Dienstag, 16. Mai 2017

Wer wenig schläft, sieht nicht gut aus. Das kennen wohl die meisten Menschen aus eigener Erfahrung. Mangelnder Schlaf hat aber noch ganz andere "Nebenwirkungen": Andere Menschen wollen mit Unausgeschlafenen lieber nichts zu tun haben - das zumindest ist das Ergebnis einer Studie. Vermutlich meiden sie diese unbewusst, um sich selbst zu schützen, vor ansteckenden Krankheiten etwa, berichten Wissenschaftler im Fachblatt "Open Science" der britischen Royal Society.

Doktor Hans-Günter Weeß ist Schlafforscher am Pfalz-Klinikum und erklärt, wie man am besten mit Schlafmangel umgeht. 

Schlafmangel – Wie viel Schlaf braucht ein Mensch?

Nicht nur zu wenig Schlaf verschlechtert unsere Gesundheit, sondern auch zu viel
(z.B.: die Gedächtnisleistung kann sich durch zu viel Schlaf verschlechtern; Menschen, die zu viel Schlafen, erkranken eher an Depressionen)

Das Schlafbedürfnis ist jedoch individuell: Wenn jemand viel mehr oder viel weniger Schlaf braucht, als unten angegeben, kann auch das angemessen sein, weicht aber weit vom Durchschnitt ab

Das optimale Schlafpensum erkennen:
Um herauszufinden, wie viel Schlaf man persönlich braucht, empfiehlt sich, den eigenen Körper genau zu beobachten. Folgende Fragen sind dafür hilfreich:

  • Fühle ich mich (nach sieben, acht oder neun Stunden Schlaf) produktiv, gesund und glücklich?
  • Leide ich unter Schlafproblemen?
  • Brauche ich Koffein, um durch den Tag zu kommen?
  • Fühle ich mich tagsüber müde, etwa beim Autofahren?

Schlafmangel – Was hilft gegen Schlafmangel?

Wichtig für einen gesunden & erholsamen Schlaf:

  • Immer zur selben Zeit ins Bett gehen, auch am Wochenende
  • Täglich ein Zu-Bett-geh-Ritual durchführen (Lesen oder ruhige Musik hören)
  • Tagsüber möglichst aktiv sein und sich viel bewegen - aber mit genügend zeitlichem Abstand zum Schlafengehen
  • Temperatur, Geräusche und Licht im Schlafzimmer regulieren (Schlafzimmer abdunkeln; kühl halten; etc.) 
  • Bequeme Matratze und bequemes Kissen wählen
  • Sorgfältig mit den Schlafstörern Alkohol und Koffein umgehen (mehrere Stunden vor dem geplanten Einschlafen verzichten)
  • Auf elektronische Geräte im Schlafzimmer verzichten (das bläuliche Licht z.B. von Tablets kann d. Einschlafen erschweren)
  • Schlaf priorisieren, d.h. den Schlaf ebenso wie jegliche andere Termine in den persönlichen Kalender schreiben; er darf nicht hinter anderen Dingen stehen

Doch schlecht geschlafen? Wie komme ich in die Gänge?

Bewegen:

  • Treppe rauf und runter gehen oder Gymnastikübungen
  • noch besser ist ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft (15 min. reichen aus, um sich wacher zu fühlen) 
  • Bewegung stellt für das Hirn genauso einen Reiz dar wie zum Beispiel laute Musik oder ein Zwicken in die Haut
  • Jeder Reiz von außen macht das Gehirn wach

Kalt abbrausen:

  • Auch eine kalte Dusche am Morgen, einige Spritzer kaltes Wasser ins Gesicht oder ein kühler Armguss beleben, zumindest für kurze Zeit  

Frische Luft einatmen:

  • regelmäßig lüften
  • am besten Stoßlüften, für wenige Minuten die Fenster weit öffnen
  • strömt kühlere Luft ins Zimmer, stellt das einen Kältereiz für den Körper dar, der ermuntert 

Kaffee trinken

  • das Koffein wirkt ziemlich schnell, schon nach 15 bis 30 Minuten
  • aber Kaffee oder koffeinhaltige Getränke am späten Nachmittag oder Abend können sensiblen Menschen den Schlaf rauben

Kurzes Nickerchen halten (Powernap)

  • soll die effektivste Maßnahme gegen Müdigkeit sein 
  • vor sich hindösen reicht dabei
  • Kurzschlaf auf maximal 30 min. beschränken 
  • der belebende Effekt soll etwa 4-5 Stunden anhalten

Wasser macht wach

  • ein Glas Wasser neben das Bett stellen und direkt nach dem
  • Aufwachen trinken
  • gleicht den Flüssigkeitsverlust während der Nacht aus und bringt das Gehirn in Schwung

Schlafmangel – Schafgewohnheiten der Promis und bekannter Persönlichkeiten

Model-Mama Heidi Klum 

  • wie die meisten Models - 7-8h

Sängerin und Schauspielerin Jennifer Lopez

  • schwört auf mindestens 8 Stunden Schlaf als ihren Beauty-Tip Nummer 1.: “Schlaf ist meine Waffe” sagt sie.

Sängerin Mariah Carey

  • “Ich muss 15 Stunden schlafen, um so zu singen wie ich möchte“, erklärte sie in einem Interview. Carey hat aber noch eine andere Angewohnheit: “Ich habe bestimmt 20 Raumbefeuchter um mein Bett stehen. Ich schlafe quasi in einem Dampfbad.”

Sänger Enrique Iglesias

  • der Tagesablauf des Sängers ist durch seine ganzen Verpflichtungen derart durcheinandergewirbelt, dass er die Schlafgewohnheiten von Graf Dracula angenommen hat.
  • "Es ist richtig, dass ich kaum schlafe, aber ich mache es einfach wie ein Vampir und ruhe mich tagsüber aus"

Schauspieler George Clooney

  • gibt an maximal 6h zu schlafen

Schauspieler Tom Cruise

  • Wie viel er schläft, ist nicht bekannt. Allerdings soll er so laut schnarchen, dass er in seiner Ehe mit Katie Holmes ein eigenes schallisoliertes Zimmer gehabt haben.  

Ex-Basketball-Star Michael Jordan

  • kommt trotz Leistungssport auf 4h

Bundeskanzlerin Angela Merkel

  • kommt nachts auf max. 5h

Ex-Premierministerin von Großbritannien Margret Thatcher

  • ihr wurden zu ihrer aktiven Politikzeit nur rund 4h Schlaf nachgesagt

US-Präsident Donald Trump

  • soll angeblich nur 3-4 Stunden schlafen, damit keine Zeit verschwendet wird

Ex-US-Präsident Barack Obama

  • Während seiner Amtszeit ging er nie vor 1 Uhr ins Bett und ist jeden Morgen gegen 7 Uhr aufgestanden. Aufgrund seiner zahlreichen Termine war er jedoch nicht immer in der Lage, seine sechs Stunden einzuhalten.

Der französische Kaiser Napoleon Bonaparte

  • war ebenfalls ein Kurzschläfer mit 4h pro Nacht

Der italienische Künstler Leonardo da Vinci

  • soll angeblich nur alle vier Stunden für je 20 Minuten geschlafen haben (polyphasischer Schlaf)

 

Schlafmangel – Auswirkungen

Selbst eine einzige Nacht mit wenig Schlaf geht nicht spurlos an
uns vorbei!

Wer zu wenig schläft…

… ist hungriger und isst mehr Ungesundes und ist somit anfälliger für Übergewicht

… bekommt eher Kopfschmerzen

… sieht nicht so gut und frisch aus, wie er eigentlich könnte
    (Augenringe; frühzeitige Alterung der Haut;…)

… ist anfälliger für eine Erkältung

… ist empfindlicher und emotionaler (Die für Emotionen zuständigen Gehirnareale zeigten 60 Prozent mehr Aktivität)

… produziert weniger Spermien

… ist anfälliger für Bluthochdruck

… hat ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Herzkrankheiten, Diabetes etc.

… kann sich schwerer konzentrieren und wird vergesslicher 

 

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