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Tobi Schlegl, Moderator und Notfallsanitäter

Tobi Schlegl startet Lebensretter-Podcast

Mittwoch, 27. Januar 2021

Tobi Schlegl kannte man eigentlich als Moderator. Beim Musiksender VIVA begann er seine Karriere, zuletzt war er z. B. auch bei "Extra3" zu sehen. Vor fast fünf Jahren warf er den Job hin und ließ sich zum Notfallsanitäter ausbilden. Letzten Sommer erschien sein Buch "Schockraum". Nun will Moderator und Notfallsanitäter Schlegl (43) mit einem neuen Podcast Kurioses, Extremes, Schwieriges und Überlebenswichtiges aus dem Rettungsdienst an die Hörer bringen.

Für den Podcast «2Retter1Mikro» holt sich der Journalist Kolleginnen und Kollegen vors Mikro und spricht mit ihnen über den Berufsalltag und ihre Sorgen und Nöte im Job. «Das ist in der Form etwas Neues. Dass darüber Gespräche auf Augenhöhe geführt werden und man so in die verschlossene Welt wirklich eintauchen kann, das habe ich so noch nicht gehört», sagte Schlegl der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Dass es Gesprächsbedarf gibt und Rettungsdienst und Pflege unbedingt eine Plattform brauchen, sei ihm bereits beim Schreiben seines ersten Romans «Schockraum» klar geworden.

In dem alle zwei Wochen erscheinenden Podcast soll es um viele Seiten des Berufsalltags der Sanitäter und Pfleger gehen. «Wir reden auch darüber, was gesellschaftlich und politisch verbessert und verändert werden muss. Vor allem über die enorme Personalnot im Rettungsdienst wird gar nichts kommuniziert.» Da müsse sich massiv etwas ändern, sonst sei die Notfallversorgung künftig gefährdet.

Deshalb soll der Podcast auch leicht und locker sein: «Wir wollen auch Bock machen auf den Job. Denn wir brauchen dringend gutes und neues Personal. Die Arbeitsbedingungen sind tough und hart, aber der Beruf an sich ist total toll.» Bei einer Lebensrettung dabei sein zu können, sei sehr erfüllend. Deshalb werden seine Gäste auch Lustiges, Emotionales und Spannendes aus dem Job zu Besten geben.

Zudem setzt Schlegl mit dem Podcast einen Herzenswunsch um: Menschen sollen den Mut bekommen, Erste Hilfe leisten zu können. «Die Erste Hilfe ist in der Bevölkerung ganz schlecht ausgeprägt. Deshalb probiere ich ein Experiment. Zum allerersten Mal gibt es Erste-Hilfe zum Hören. Man muss also sein Kopfkino einschalten.»

In der ersten Folge, die von Donnerstagmorgen an kostenlos auf allen Podcast-Plattformen abrufbar sein soll, spricht Schlegl mit dem Intensiv-Pfleger Matthias. Der arbeitet auf einer Corona-Station, fährt zudem auch Rettungswagen und kämpft außerdem für bessere Arbeitsbedingungen. «Er ist der idealste Gast», viele weitere Kollegen sollen folgen. Ein Podcast-Date mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sei bereits verabredet.