Tierheimleiter in Wolmirstedt

Otfried Müller wagte den Neustart
Mittwoch, 1. Dezember 2021

Katze Quarantäne

Zwei Katzen auf der Quarantäne-Station des Tierheims

Vor vier Jahren wagte Otfried Müller in Wolmirstedt den Neustart. Frisch aus dem Polizeidienst in die Rente entlassen, übernahm er mit seiner Frau das Tierheim in der Ohre-Stadt. Mittlerweile zählt der Tierheimleiter 22 Mitstreiter und regelmäßig auch Praktikanten, die ihn unterstützen. Bezahlt werden die nur über das Jobcenter oder den Bundesfreiwilligendienst, alle anderen Mitarbeiter - meist Rentner - machen es ehrenamtlich. So fließt so viel Geld wie möglich direkt zu den über 60 Hunden und Katzen im Heim.

Dennoch ist die finanzielle Lage für die Tierschützer nicht einfach. Ingesamt 20.000 Euro erhalten sie im Jahr von der Gemeinde Barleben und der Stadt Wolmirstedt, dafür kümmern sie sich um Fundtiere aus deren Ortsteilen. Und das Geld wird schnell knapp - 44.000 Euro (Barleben zahlte weitere 20.000 Euro als Ausgleich) allein an Tierarztkosten kamen in vergangenen Jahr zusammen, denn die Gebühren wurden erhöht und das Heim nahm besonders viele kranke Katzen auf. Weitere 35.000 Euro kostete die Sanierung des Dachs über dem Katzenhaus. Fördermittel sind durchaus zu haben und auch die Städte helfen regelmäßig nach, doch ohne Spenden und privates Geld der Betreiber würde es nicht laufen. Auch Corona hat dem Heim geschadet, kaum jemand gab seine Tiere während des Urlaubs in Pension. Ein Minus von 18.000 Euro, sagt Müller.

Trotz aller Schwierigkeiten, Tierschutz wird hier in Wolmirstedt gelebt – auch wenn es den Ehrenamtlichen manchmal schwer fällt über die Sorglosigkeit zu reden, mit der Menschen ungewollte Tiere förmlich wegwerfen. Eine Kastrationspflicht etwa für freilaufende Katzen hält Otfried Müller, wie so ziemlich alle Tierschützer, für längst überfällig.

Und so aufreibend die Arbeit hier sein kann – am Ende des Tages wird hier jedem Tier die zweite Chance auf ein schönes Leben geschenkt. Und bei den aller meisten klappt auch die Vermittlung in liebevolle Haushalte. In den letzten 12 Monaten fanden 178 Katzen und 18 Hunde ein neues Zuhause.

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