Staubsaugen auf dem Goitzsche-See

Muckefuck-Reporter Jan Seifert beim Frühjahrsputz auf dem Goitzsche-See
Donnerstag, 17. März 2016

Fensterputzen, Bodenwischen, Keller aufräumen – das SAW-Land startet den Frühjahrsputz. Und passend zum Frühlingsanfang ist unser Muckefuck Reporter Jan Seifert in der Mission „Staubsaugen“ unterwegs.

Aber natürlich nicht mit irgendeinem Staubsauger, sondern der größte und ungewöhnlichste Staubsauger im SAW Land muss es schon sein. Der steht in der Goitzsche bei Bitterfeld.

Doch warum wird im gefluteten Tagebau gesaugt? Und wonach wird dort gesucht? Muckefuck-Reporter Jan verrät es Euch:

Bernsteinsaugen auf der Goitzsche

Bitterfelder Bernstein

Bitterfelder Bernstein, erstmals erwähnt 1756, die ersten Funde waren im Jahr 1848 und gegen Ende des 19 Jh. begann die wirtschaftliche Nutzung des Bitterfelder Bernsteins.

Am Anfang der 80er Jahre wurde durch den VEB Braunkohle mit den industriellen Abbau begonnen (30 bis 50 Tonnen im Jahr), wo zur Verwendung der größte Teil für industrielle Anwendungen eingeschmolzen wurde. Der restliche Teil wurde für medizinische Zwecke wie zum Beispiel Salben für Hautleiden, als Pulver zum Trinken bei Nervenleiden, Rheuma, Lungenentzündung und vieles mehr genutzt. Es gibt viele Leute, die behaupten, dass Bernstein schon allein als Kette eine heilende Wirkung haben soll, wie zum Beispiel gegen Nervosität, Kropfbildung, Gicht, Malaria, bei Bauchschmerzen, Nierensteine, Blutungen und Impotenz, wogegen Bernstein helfen soll. Der Placebo-Effekt erzielt auch hier sicher einige Wirkung. In der Elektronik ist Bernstein wegen seines hohen Widerstandes sehr geschätzt, da dieser viel höher als Porzellan oder Bakelit ist. Ein sehr geringer Teil wurde zur Schmuckherstellung verwendet, da nur ca. 10% der geförderten Bernsteinmenge Schmuckqualität besitzt.

Die neusten Erkenntnisse ergaben, dass Bitterfelder Bernstein KEIN eigenständiger Miozäner (ca. 20 Million Jahre) Bernstein ist, sondern dass die Fauna mit dem des Baltischen Bernsteins (ca. 40 Millionen Jahre) übereinstimmt, da im Miozän ein viel kälteres Klima herrschte als vor ca. 40 Million Jahren, somit wäre dies sehr undenkbar, da viele identische Arten, die in beiden Bernsteinen vorkommen, das vor ca. 40 Million Jahren herrschende subtropischen Klima besiedelten. (Quelle: www.bernsteininkluse.de)

www.bernsteininkluse.de

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Jan Seifert
Muckefuck Jan Seifert beim Bernsteinsaugen

Muckefuck vor Ort

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