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Schüsse nahe Straßburger Weihnachtsmarkt

Mehrere Menschen tot - Polizei geht von terroristischem Hintergrund aus
Dienstag, 11. Dezember 2018

22:30 Uhr: Ein Mann hat am Dienstagabend, 11. Dezember 2018, in der Nähe des Weihnachtsmarktes in Straßburg in Frankreich um sich geschossen und mindestens drei Menschen getötet. Nach jetzigem Stand wurden 12 Menschen verletzt.

Der flüchtige Täter soll von der Polizei angeschossen worden sein. Er ist identifiziert, er sei den Behörden bekannt und als "Gefährder" eingestuft. Die Polizei geht von einer terroristisch motivierten Tat aus, Anti-Terror-Spezialisten der Pariser Staaatsanwaltschaft haben die Ermittlungen aufgenommen.

Der mutmaßliche Angreifer ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ein französischer Staatsbürger mit nordafrikanischen Wurzeln. Der 29-Jährige wurde demnach vom Amtsgericht Singen wegen schweren Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und war in Deutschland in Haft. Nach dem Verbüßen der Strafe wurde er im Jahr 2017 nach Frankreich abgeschoben.

Die Bevölkerung wurde gebeten, zu Hause zu bleiben und nicht auf die Straße zu gehen. Die Bundespolizei kontrolliert mehrere Grenzübergänge von Deutschland nach Frankreich - sie ist in Kehl, Iffezheim, Breisach und Rheinau im Einsatz. Pendler von Deutschland nach Frankreich müssten sich auf Wartezeiten bis zu 90 Minuten einstellen, hieß es weiter. Wie lange die Kontrollen noch andauern, sei unklar. «Wir sind auf die Kollegen in Frankreich angewiesen. Solange die Lage nicht bereinigt ist, werden wir weiter kontrollieren», sagte der Polizeisprecher.

Nicht nur der Straßenverkehr, sondern auch der öffentliche Nahverkehr werde überprüft. Dazu zählt auch die grenzüberschreitende Tram D. Diese war in der Nacht bereits komplett gesperrt worden, inzwischen fährt sie aber wieder. Laut Polizei wird auch die Fußgänger- und Radfahrerbrücke Passerelle des Deux Rives zwischen Kehl und Straßburg kontrolliert.

EU-Abgeordnete durften während des Anschlags das Parlament nicht verlassen. Für mehrere Stunden saßen die Volksvertreter im Parlamentsgebäude fest. Am Mittwochmorgen durften sie erst wieder raus - auf eigenes Risiko.

Der EU-Abgeordnete Sven Schulze (CDU) aus dem Harz schrieb am Abend auf Twitter:

Eine Besuchergruppe bestehend aus 50 Personen aus Sachsen-Anhalt habe zwei Stunden vor den Schüssen den Weihnachtsmarkt in Straßburg verlassen, so Schulze. Niemandem aus der Gruppe sei etwas passiert.


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