Sammelleidenschaft

Die deutschen Sportler sammeln in Rio bei den Olympischen Spielen ja Medaillen, manch einer von euch sammelt Briefmarken, Eulen in allen Farben und Formen oder zum Beispiel auch Ü-Eier-Figuren und warum wir überhaupt Sammeln, darüber haben wir mit der psychotherapeutischen Heilpraktikerin Heidemarie Voigt aus Magdeburg gesprochen
Wie entsteht so eine Sammelleidenschaft?
00:0000:00
  • Wie entsteht so eine Sammelleidenschaft?
  • Warum sammeln wir Dinge?
  • Welche Sammlertypen gibt es?
  • Was kann ich tun wenn ich meine Sammelleidenschaft nicht mehr im Griff habe?
- Systematischer Sammler: der systematische Sammler sammelt sehr selektiv. Bei ihm geht es vor allem darum, Ordnung zu schaffen. Er sammelt nicht alles, sondern das, was ihm am wichtigsten erscheint. Bei ihm greift das Motto: weniger ist mehr. - unsystematische Sammler: der unsystematische Sammler sammelt alles, was ihm in die Finger zu seinem „Spezialgebiet“ kommt. Es geht ihm darum, so viel wie möglich anzuhäufen.

- 87% der Deutschen sammeln etwas

- jeder Dritte besitzt noch Sammlungen aus seiner Kindheit

- gesammelt wird schon seit Urzeiten („Jäger und Sammler“) – früher allerdings aus der Notwendigkeit heraus zu überleben

- oft werden Dinge als Wertanlage gesammelt, z.B. Comics, Bilder, Weine, Uhren

- Sammeln hat zum Teil auch eine soziale Komponente, heißt: wenn Freunde, Familie gewisse Dinge sammeln, beteiligt man sich daran und wird so von dem entsprechenden Umfeld akzeptiert

- Manchmal sammelt man auch, weil man Ängste kompensieren will, die durch Mangelerlebnisse in der Kindheit geprägt wurden

- es gibt auch Sammler, die wegen des Bedürfnisses nach Absicherung und Kontrolle sammeln (Belege, Quittungen etc.)

- Fürsten haben früher ihre Macht durch ihre Sammlungen (z.B. Literatur, Kunst) zur Schau gestellt

- in Deutschland leben Selbsthilfegruppen zufolge, schätzungsweise bis zu 1,8 Millionen Menschen, die vom „Messie“-Syndrom betroffen sind

- die Ursache des Sammelns und Hortens ist meist eine psychische Erkrankung

- gesammelt wird alles: von Jogurtbechern über Zeitungen bis hin zu Elektroschrott

- die extremste Form des Sammelzwangs ist das „Vermüllungssyndrom“: es werden nicht nur nutzlose Gegenstände in der Wohnung / im Haus gesammelt, sondern auch das, was langhin als Müll bezeichnet wird

- die meisten Betroffenen in Deutschland sind zwischen 40 und 50 Jahren alt

- oftmals sind Messies im Beruf erfolgreich, scheitern aber im häuslichen Bereich

Seite teilen

Das könnte Euch auch interessieren: