Post verwechselt Bayreuth mit Beirut

Uni-Arbeit auf Irrwegen
Freitag, 20. November 2020

Es ist eine unglaubliche Verwechslung: Die Hausarbeit eines Jura-Studenten aus Bayreuther landet nicht wie gedacht an der Uni Bayreuth, sondern in der libanesischen Hauptstadt Beirut. Wie kann denn so etwas denn passieren?

Bayreuther Student wählt wegen Corona den Postweg

"Oberpeinlich für die Post" nennt Student  Elias Schindler den Vorgang mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht. Es sei schließlich davon auszugehen, dass die Post es schafft, einen Brief innerhalb von Bayreuth zuzustellen. Er habe bis zum letzten Drücker an seiner Hausarbeit geschrieben und sie kurz vor Abgabeschluss in einer Postfiliale aufgegeben.

Aufgrund der Corona-Richtlinien der Bayreuther Hochschule hat er seine Hausarbeit verschickt statt sie selbst schnell abzugeben. Das bestätigte eine Pressesprecherin der Uni. Studenten sollen wegen Corona im Moment dem Uni-Campus fernbleiben.

Hausarbeit landet in Beirut statt an der Uni Bayreuth

Nach zwei Tagen wollte Elias nachsehen, ob sein Einschreiben angekommen ist. Bei der Online-Sendungsnachverfolgung stellt er fest: Seine Hausarbeit lag zur internationalen Weiterversendung im Logistikzentrum der Post in Frankfurt am Main. Bei den Informationen stand etwas in arabischen Schriftzeichen, die er nicht verstand. Entziffern konnte er aber "Liban Post".

Aufgetaucht ist seine Hausarbeit dann später in Beirut, der Hauptstadt des Libanon. Beirut statt Bayreuth - klingt schon ähnlich, schreibt sich aber doch deutlich anders. An seiner Handschrift kann es nicht gelegen haben, sagt Elias. "Ich finde sie schon gut lesbar, und ich habe 'Bayreuth' auch noch sehr groß draufgeschrieben", erzählt der Student. Er kann sich die weite Reise seiner Hausarbeit so also nicht erklären.

Negative Konsequenzen hat die Post-Odyssee für ihn nicht. Die Hochschule akzeptierte den Poststempel, so dass die Abgabefrist als eingehalten gilt. Das bestätigte auch die Sprecherin der Hochschule. Elias habe den Einlieferungsbeleg fotografiert, eingescannt und der Hochschule zukommen lassen. Mittlerweile hat er die Arbeit persönlich beim Lehrstuhl vorbeigebracht. "Mit Maske und 1,5 Metern Abstand", beteuert er. Jetzt muss nur noch der Inhalt der Arbeit beim Dozenten ankommen.