Fussball_EM_Portugal_69870864.jpg

Manuel Neuer mit Regenbogen-Kapitänsbinde

Neuers Regenbogenbinde

Montag, 21. Juni 2021

Beim Spiel gegen Portugal am Samstag trug Kapitän und Torwart Manuel Neuer eine regenbogenfarbene Kapitänsbinde am Arm. Mal abgesehen davon, dass das in den Sozialen Netzwerken pro und contra diskutiert wurde, hat sich auch die UEFA eingeschaltet.

Die Europäische Fußball-Union hat kurzzeitig geprüft, ob Nationaltorwart Manuel Neuer seine Regenbogen-Kapitänsbinde weiter tragen darf. Diese Überprüfung sei am Sonntagabend schon wieder eingestellt worden, teilte der DFB via Twitter mit. Die Regenbogenbinde werde «als Zeichen der Mannschaft für Vielfalt und damit für "good cause" bewertet». Nur gut anderthalb Stunden zuvor hatte der DFB bestätigt, dass sich die UEFA mit dem Fall befasst.

«Die Regularien besagen, dass die offiziell von der UEFA bereitgestellte Binde getragen werden muss», hieß es da noch. Zudem verwies der DFB gleichzeitig darauf, dass der Juni «auch im Sport im Zeichen von «Pride»» stehe, um sich für mehr Vielfalt stark zu machen.

Neuer trage diese Kapitänsbinde als Zeichen und «klares Bekenntnis der gesamten Mannschaft für Diversität, Offenheit, Toleranz und gegen Hass und Ausgrenzung. Die Botschaft lautet: wir sind bunt!», teilte der DFB mit. Am späten Nachmittag hatte RTL/ntv.de über ein UEFA-Verfahren wegen der Kapitänsbinde berichtet. Der Dachverband äußerte sich zunächst nicht.

Neuer hatte das Kapitänsabzeichen schon einmal im Testspiel gegen Lettland in Düsseldorf unmittelbar vor dem Turnier und auch beim EM-Spiel gegen Frankreich getragen.

Grundsätzlich handelt die UEFA bei Botschaften abseits des Sportlichen sehr strikt. Wer «Sportveranstaltungen für sportfremde Kundgebungen benutzt», verstößt laut den UEFA-Statuten gegen die «Allgemeinen Verhaltensgrundsätze». Die Proteste gegen Rassismus während der EM hatte der Dachverband zuletzt begrüßt.