Neuer Hochwasserschutz in der Altmark

Freitag, 17. Mai 2019

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Alandüberleitungsbauwerk
Alandüberleitungsbauwerk

Das Alandüberleitungsbauwerk wurde am Freitag eingeweiht. Die im Jahre 2015 begonnenen Bauarbeiten wurden im November 2018 abgeschlossen. Das Hochwasserschutzprojekt in der Verbandsgemeinde Seehausen schützt im Katastrophenfall besonders die Region "Altmärkische Wische".

Das Wehrbauwerk aus Stahlbeton ist Teil eines Gesamtkonzeptes zum Schutz der Orte entlang des Alands. Bei Hochwasser in der Elbe wird der Aland von der Elbe abgekoppelt durch Schließen der Stahltore des Alandabschlussbauwerkes. Das Wasser des Alands wird im Flussschlauch sowie in den Poldern Wrechow und Garbe gespeichert. Wenn die Überleitungsbedingungen laut Planfeststellungsbeschluss erfüllt sind und die Elbe immer noch Hochwasser führt, wird das Alandüberleitungsbauwerk geöffnet und das Alandwasser über die Seegeflutmulde parallel zur Elbe durch Niedersachsen abgeleitet. Es fließt dann bei Vietze in die Elbe.

Technische Daten

Bauwerksgröße:
 4-Feld-Wehr mit insgesamt 20 m Öffnungsweite

Wie sieht die technische Lösung aus?
 Wehrbauwerk als Stahlbetonhalbrahmen mit Stahlspundwand als Dichtwand im Oberwasser und Tosbecken im Unterwasser
 4 Doppelschützen mit je 5 m Öffnungsweite und einer Stauhöhe von 3,00 m
 Automatische durchflussabhängige Wehrsteuerung mit Datenfern-übertragung per Funk nach Seehausen
 2-feldrige Stahlbetonbrücke
 Betriebsgebäude mit Schaltwarte

Genehmigungsverfahren
 Planantrag: 1997
 Planfeststellungsbeschluss 2009, wurde beklagt,
 Abweisung der Klage Mai 2011

Wann wurde das Alandüberleitungsbauwerk geplant?
 Planungsbeginn: Februar 2013
 Planungsende: Juni 2015

Wann wurde das Alandüberleitungsbauwerk gebaut?
 Baubeginn: Oktober 2015
 Bauende: November 2018

Wie viel Material wurde verbaut?
 ca. 50.000 m³ Bodenein/-ausbau
 ca. 1.900 m³ Beton
 ca. 230 t Betonstahl
 ca. 76 t Stahlspundbohlen
 ca. 1.700 m LWL-Datenkabel
 ca. 4.200 m² Sohl- und Böschungssicherung

Besonderheiten im Bau
 Intensive Eigen – und Fremdüberwachung zur Qualitätssicherung
 Hochwassersicherheit war immer gegeben

Was wurde seit 1990 in der Region gebaut? 
 Alandabschlussbauwerk (Fertigstellung 1991)
 Straßendurchlässe Bömenzien und Stresow (Fertigstellung 2014)
 Kosten für das Alandabschlussbauwerk, die Straßendurchlässe und das Alandüberleitungsbauwerk ca. 10 Mio. Euro
 Sanierung von 47,0 km Alandvolldeiche, Polderdeiche und Qualm-
Deiche von insgesamt 66,0 km

 Derzeit eine Deichbaustelle im Wanzer (0,9 km) und 3 Maßnahmen werden 2019 beginnen, dann insgesamt 8,8 km Baustelle
 Im Seegeeinzugsgebiet Sanierung der Flutmuldendeiche (3,1 km) und Neubau des Bömenziener Deiches (3,2 km Länge) mit Freischleuse Zehrengraben