Naumburger Bürstenmacherei Steinbrück

Uraltes Handwerk neu entdecken
Montag, 8. Juni 2020

Wer den Laden betritt, steht zwischen Bürsten, Pinseln und Besen. Und: man betritt eine andere Zeit, so Inhaberin Ursula Römer, geborene Steinbrück. Bereits ihr Großvater und Vater führten das Geschäft, welches es seit dem 19. Jahrhundert in Naumburg gibt.

Auch mit 80 Jahren steht Ursula Römer noch in dem kleinen Lädchen hinter der Kasse. Es macht ihr Spaß. Tagtäglich stellt sie Bürsten her und verkauft sie, etwa an Notburga aus Halle. Die Dame mit dem ungewöhnlichen Vornamen hat schon vor 40 Jahren hier eingekauft. Heute wieder mal einen Besen und einen Handfeger.

Weiter hinten im Eck hat Frau Römer ihre Werkbank, wo sie Staubwedel mit Ziegenhaar, Gemüsebürsten oder auch Stubenbesen mit ihren Händen bindet. Wer nur mal reinschauen möchte und sich für das aussterbende Handwerk interessiert, dem zeigt es Ursula Römer sehr gern "Und da erzähle ich ihm das, wonach er fragt", so Römer. Von überall aus der Welt kommen sie, aus Austrailien, Japan oder den USA haben sich Kunden und Besucher ins Gästebuch eingetragen. Auch Deutschlands verstorbener Alt-Bundespräsident Roman Herzog steht drin. 

Wer sich also den Naumburger Dom angeschaut hat und dann durch die Gassen an den Cafés und Restaurants vorbei Richtung Marktplatz zieht, kann gern auch mal das aussterbende Handwerk des Bürstenbinders in der Bürstenmacherei im Steinweg anschauen.