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Leipziger Studentin seit drei Jahren vermisst

Polizei veröffentlicht neue Hinweise
Montag, 17. Oktober 2022

Im Fall einer seit gut drei Jahren vermissten Leipziger Studentin Yolanda gibt es neue Hinweise. Zwei Zeugen wollen die junge Frau am Tag ihres Verschwindens gesehen haben, teilt die Polizeidirektion Leipzig am Sonntag, 16. Oktober 2022 mit.

Auch würden Ermittlungen in Richtung der Scientology Organisation weiterlaufen, die in mehreren Bundesländern durch den Verfassungsschutz beobachtet wird. Im Laufe der Ermittlungen sei bekannt geworden, dass die Familie der Vermissten der umstrittenen Organisation nahestehe. Eine Spur führe nach Dänemark.

Nach der Fahndungsendung Aktenzeichen XY des ZDF im Sommer 2022 hatten sich mehrere Zeugen bei der Leipziger Polizei gemeldet und neue Hinweise gegeben. Demnach soll sich die Studentin am Tag ihres Verschwindens gegen 15:00 Uhr in Leipzig an der Straßenbahnhaltestelle der Richard-Lehmann-Straße/Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTWK) mit einem Mann unterhalten haben. Dabei soll auch der Name des Möbelhauses erwähnt worden sein. Danach soll Yolanda in eine Straßenbahn eingestiegen sein und Richtung Connewitz gefahren sein.

Der Mann wurde wie folgt beschrieben:
• circa 30 Jahre,
• circa 1,65 Meter groß,
• dunkle Haare,
• tätowiert
• deutsches Erscheinungsbild

Einem weiteren Hinweis zufolge hatte ein Berufskraftfahrer am späten Nachmittag zwischen 17:15 Uhr und 17:30 Uhr des 25. Septembers 2019 eine junge Frau gesehen, die in Günthersdorf hinter dem Möbelhaus auf einem Weg am Saale-Elster-Kanal entlang gelaufen ist. Sie soll dann über die Leitplanke gestiegen sein und dann die Kötschlitzer Allee (Kreisstraße 2172) über eine Brücke weiter in Richtung der Bundesstraße 181 gelaufen sein. Auf einem Parkplatz kurz nach der Brücke stand ein dunkler Pkw-Kombi mit getönten Scheiben und Esslinger-Kennzeichen (ES-). Es ist nicht auszuschließen, dass die Frau in das Fahrzeug eingestiegen ist. Der Beschreibung des Zeugen nach könnte es sich bei der jungen Frau um Yolanda Klug gehandelt haben.

Konkrete Hinweise, die zur Burg Giebichenstein führen, gingen bei der Leipziger Polizei nicht ein. Trotz mehrfachen Zeugenaufrufes hat sich bisher nur ein Teilnehmer der damals stattfindenden Herbstsession, die die Studentin am Abend ihres Verschwindens besuchen wollte, gemeldet. Dieser konnte nicht bezeugen, dass Yolanda dort war.

Die Leipziger Polizei bittet weiterhin um die Mithilfe der Bevölkerung.

– Wer hat die Studentin an der Haltestelle der HTWK gesehen und kann weitere Angaben dazu machen? Weiterhin wird der unbekannte Mann gesucht, mit dem sich Yolanda unterhalten hatte.

– Kann jemand Angaben zu der jungen Frau machen, die am späten Nachmittag am Elster-Saale-Kanal unterwegs gewesen ist und weiß, ob sie in ein Fahrzeug gestiegen ist.

– Kann jemand Angaben zu dem dunklen PKW-Kombi mit dem Esslinger-Kennzeichen auf dem Parkplatz in der Nähe des Kanals machen.

Weiterhin suchen die Ermittler Teilnehmer der damals stattfindenden Herbstsession 2019 auf der Burg Giebichenstein und Personen, die die Studentin dort oder auf dem Weg dahin gesehen haben.

Alle Zeugen, die Hinweise zu Yolanda Klug haben, sowie der unbekannte Mann an der Straßenbahnhaltestelle werden gebeten, sich bei der Polizeidirektion Leipzig Dimitroffstraße 1 in 04107 Leipzig, Telefon: +49 (0) 341 966-46666, oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

Für entscheidende Hinweise, die zum Auffinden von Yolanda Klug führen, hat die Familie eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro ausgesetzt.

Hintergrund

Die damals 23 Jahre alte Studentin Yolanda wird seit dem 25. September 2019 vermisst. Laut Polizei hatte sie damals ihre WG in der Leipziger Körnerstraße verlassen, um zu einem Möbelcenter nach Günthersdorf zu fahren. Zuletzt hatte sie ein Zeuge in der betreffenden Buslinie kurz vor ihrem Aussteigen gesehen. Danach wollte sie sich mit einer Freundin treffen, um mit ihr zur Burg Giebichenstein nach Halle zu fahren und dort an einer Hochschulveranstaltung teilzunehmen. Zu dem Treffen kam es aber nicht. Die Polizei hatte in mehreren Großeinsätzen in Sachsen und Sachsen-Anhalt nach der Studentin gesucht. Ein Fährtenhund führte die Beamten bis zur Burg Giebichenstein.