Ermittlung wegen versuchten Mordes

Täter reiste als Asylbewerber ein
Donnerstag, 20. August 2020

Der 30-jährige Iraker, der für den Anschlag auf der Berliner Stadtautobahn am Dienstagabend, 18.08., verantwortlich sein soll, kam als Asylbewerber nach Deutschland. Nachdem sein Asylantrag abgelehnt worden sei, lebe er mit einer Duldung in Berlin hieß es aus Senatskreisen.

Seit vier Jahren in Berlin

Demnach war zunächst noch unklar, wann er nach Deutschland kam. Nach Fotos von seinem Facebook-Profil war er mindestens 2016 schon in Berlin. Bis Herbst 2019 sei er in einer Gemeinschaftsunterkunft im Stadtteil Altglienicke untergebracht gewesen. Danach habe er eine Wohnung im Bezirk Reinickendorf bezogen, in der er mit großer Wahrscheinlichkeit gemeinsam mit seinem Bruder lebe.

Islamistisches Motiv

Die Staatsanwaltschaft geht von einem islamistischen Motiv aus. Nach Erkenntnissen der Ermittler machte er auf der A100 am südwestlichen Rand der Berliner Innenstadt mit seinem Auto «quasi Jagd» auf Motorradfahrer und veletzte sechs Menschen, drei davon schwer.

Am Unfallort habe der 30-jährige in arabischer Sprache gerufen, dass alle sterben werden. Er sei auch mit einem Küchenmesser bewaffnet gewesen und habe einen Gebetsteppich ausgebreitet, hieß es am Mittwoch im Rechtsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Ein mutiger Berliner Polizist, der Arabisch beherrscht, habe den Angreifer von seinem Auto weggezogen. Bislang gebe es keine Anhaltspunkte für Mittäter.