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MeckPomm: Waldbrand eingedämmt

Anwohner dürfen teilweise zurück

Der Kampf gegen den Waldbrand in Südwestmecklenburg geht weiter. Eine kritische Stelle sei der letzte noch evakuierte Ort, Alt Jabel, wo die Flammen von 350 auf 300 Meter herangerückt seien, sagte ein Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim am Donnerstag, den 4. Juli 2019. Die 200 Bewohner müssen damit weiter in Notunterkünften oder bei Verwandten ausharren.

Rund 450 Bewohner durften am Mittwoch in drei der vier evakuierten Dörfer zurückkehren. Das waren Trebs, Jessenitz-Werk sowie Volzrade. Am Donnerstagvormittag wurde Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) in der Region erwartet.

Flammen eingedämmt

Sechs Räumpanzer der Bundeswehr haben breite Schneisen rund um das vom Feuer betroffene Gebiet freigelegt. So soll eine weitere Ausdehnung der Flammen unterbunden werden. Damit die Einsatzkräfte näher an das Brandgeschehen herankommen, werden weitere Maßnahmen vorbereitet, wie der Landkreis am Mittwoch mitteilte. Zusätzliche Räumpanzer würden im Laufe des Tages noch erwartet. Die Lage sei nach wie vor ernst.

Die Einsatzleitung konnte am Mittwoch aber einen ersten Teilerfolg in der Bekämpfung des Flächenbrands vermelden. Die betroffene Fläche von 1200 Hektar hat sich seit Dienstagnachmittag nicht mehr vergrößert. Die Einsatzleitung zeigte sich verhalten optimistisch, dass eine weitere Ausdehnung des Feuers verhindert werden könne.

Etwa 3000 Kräfte von Feuerwehr, Bundeswehr, Polizei, Technischem Hilfswerk, Rettungsdiensten, Bundes- und Landesforst und weiteren Institutionen sind nach Angaben des Landkreises im Schichtsystem rund um die Uhr im Einsatz.

Wasser wird knapp

Unterdessen hat die Dauerbewässerung der Randflächen Folgen: an einigen Stellen könne kein Wasser mehr gefördert werden. «Die ersten Brunnen steigen aus», sagte der Chef des Einsatzstabs.

Um genügend Wasser für die ab Mittwoch geplante Löschaktion auf dem Truppenübungsplatz selbst bereitstellen zu können, sei ein Fluss in der Nähe auf über drei Meter angestaut worden. Zudem solle auch Wasser aus umliegenden Seen und der etwa 20 Kilometer entfernten Elbe herangeholt werden. «Alles, was an Wasser möglich ist, wird jetzt in diese Region geholt», betonte Sternberg.

Seit Montag bringen Traktoren mit bis zu 30.000 Liter fassenden Tanks unablässig Wasser zu den Einsatzstellen der Feuerwehren. Dabei nutzen sie unter anderem Entwässerungskanäle auf den Feldern. Doch zum Teil werden auch Tiefbrunnen angezapft, um die Depots zu füllen. Mit dem Wasser werden an den Waldrändern sogenannte Sperrriegel geschaffen, die bislang ein Übergreifen der Flammen auf nahe gelegene Dörfer verhinderten.

Verdacht der Brandstiftung erhärtet sich

Das Feuer ist mit großer Wahrscheinlichkeit gelegt worden. «Es verhärtet sich der Verdacht, dass es sich um Brandstiftung handelt», sagte der Landrat außerdem. Die Kriminalpolizei habe die Ermittlungen zwar noch nicht abgeschlossen, doch habe er Informationen bekommen, dass sich der Verdacht massiv erhärtet habe. Ob es bereits Verdächtige gibt, sagte Sternberg nicht.

Am Montag hatte die Polizei einen Zeugenaufruf gestartet und darum gebeten, verdächtige Beobachtungen zu melden. 

#Waldbrand bei #Lübtheen:
Der #Landrat hat den #Katastrophenfall ausgerufen.
Für Anwohner wurde ein #Bürgertelefon eingerichtet: 038855 / 78744 https://t.co/Lx4ZZkAPwh

Rauch zog bis nach Sachsen-Anhalt und Sachsen

Am Sonntag Abend zog der Rauch aus Mecklenburg-Vorpommern bis in den Norden Sachsen-Anhalts. 100 Kilometer entfernt in der Altmark und im Kreis Stendal wurden die Anwohner zeitweise aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Offenbar ist der Rauch auch noch viel weiter gezogen bis nach Sachsen. Unsere Reporterin in Leipzig berichtete am Montagmorgen, dass es extrem stinkt. Ähnliche Meldungen kamen auch aus Dresden - das ist 300 Kilometer entfernt.  

 

Brände in Sachsen-Anhalt

A2 bei Theeßen

Ein Böschungsbrand an der Autobahn2 nahe Theeßen hat den Verkehr in Richtung Berlin stundenlang lahmgelegt. Wegen der starken Rauchentwicklung sperrte die Polizei in Sachsen-Anhalt die A2 am Montag Nachmittag, etwa ein Hektar habe in Flammen gestanden, sagte eine Sprecherin in Hohenwarsleben. Etwa 60 Feuerwehrleute seien angerückt und hätten den Brand binnen einer guten Stunde gelöscht. Wegen Glutnestern und Aufräumarbeiten habe die Sperrung bis in den Abend angedauert. Es kam zu einem kilometerlangen Stau. Wartende packten Augenzeugen zufolge Campingstühle aus.

Wernigerode

Beim Brand einer Gaststätte in Wernigerode (Landkreis Harz) ist ein Schaden von schätzungsweise 400.000 Euro entstanden. Das Feuer brach am Montagmorgen aus noch ungeklärter Ursache im Dachstuhl des spanischen Restaurants aus, wie die Polizei mitteilte. Sechs Mitarbeiter einer Reinigungsfirma mussten das Gebäude verlassen. Die Polizei ermittelt gegen einen 31-Jährigen wegen fahrlässiger Brandstiftung. Er hatte zuvor mit einem Gasbrenner das Unkraut vor dem Gebäude beseitigt.

Tangerhütte

Im Tangerhütter Ortsteil Bittkau geriet am Sonntag nach ersten Erkenntnissen der Polizei eine Erntemaschine in Brand. Mehrere Gebäude, darunter ein Einfamilienhaus und eine Scheune, fingen Feuer, außerdem eine Fläche von über 50.000 Quadratmetern mit Strohballen. Über 20 Feuerwehren aus den umliegenden Orten löschten – gegen 22.30 Uhr beendeten sie ihren Einsatz. Die Bewohner stehen unter Schock. Das Ehepaar kam bei seiner Tochter unter.  

Calbe/Saale

Bei Calbe/Saale brannten am Sonntagabend ca. 50 Hektar eines Raps- und Getreidefeldes. Aufgrund des starken Windes breitete sich das Feuer schnell in Richtung Calbe aus. Die Bahnstrecke zwischen Calbe-West und Calbe-Ost sowie die Zugangsstraßen in den Gefahrenbereich wurden gesperrt. Bis zum späten Abend waren die insgesamt 15 Ortswehren mit 165 Kameraden im Einsatz. Vier Feuerwehrleute wurden beim Einsatz leicht verletzt. Eine Brandwache wurde eingerichtet.

In der Gartenkolonie „Stadtfeld“ fielen mehrere Lauben und Schuppen dem Feuer zum Opfer. Auch die Bahn hatte einen Schaden zu beklagen, weil die im Gleisbereich verlegten Kabel beschädigt wurden, als das Feuer die Bahnstrecke erreichte. Der entstandene Schaden wurde am Abend auf etwa 100.000.-€ beziffert. Die Brandursache ist noch unklar.

Weißenfels

Auch bei Weißenfels und Krostitz nördlich von Leipzig brannten am Sonntag Wald- und Ackerflächen. In Krostitz waren rund 100 Feuerwehrleute im Einsatz, um die Flammen, die von einem auf ein zweites Feld übergesprungen waren, zu löschen. Teilweise waren Straßen wegen der hohen Rauchentwicklung gesperrt. 

Großzöberitz

Im Zörbiger Ortsteil Großzöberitz kam es zu einem Brand in einer Lagerhalle. Diese, das darin gelagerte Stroh, Traktoren und Arbeitsgeräte sowie die auf dem Dach befindliche Photovoltaikanlage wurden durch den Brand zerstört. Auch ein ca. 17 Hektar großes Getreidefeld stand in Flammen. Ein 17-jähriger Mitarbeiter der Agrargenossenschaft wurde mit Verdacht auf Rauchgasintoxikation ins Krankenhaus gebracht. Ein 23-jähriger Feuerwehrmann erlitt bei der Brandbekämpfung einen Schwächeanfall. Der Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf ca. 1.000.000 Euro. Am Montagmorgen war die Halle noch unbegehbar. 

Wittenberg, Teutschenthal und Loburg

Am Samstag brannten Felder u.a. bei Teutschenthal und im Raum Wittenberg. In Loburg ist eine landwirtschaftliche Maschine abgebrannt. Der Brand wurde durch die Freiwillige Feuerwehr Loburg gelöscht - das Fahrzeug war aber nicht mehr zu retten. Die Feuerwehr geht von Überhitzung aufgrund der extremen Außenwärme im Zusammenspiel mit technischem Versagen aus. Der Fahrzeug-Eigentümer gab an, dass es bereits den ganzen Tag im Einsatz war. Während der Fahrt bemerkte er dann plötzlich, dass Qualm und schließlich Flammen aus dem Bereich des Kühlers, ausgehend von der rechten Fahrzeugseite, aufstiegen. Er versuchte, mittels Feuerlöscher eigenständig den Brand zu löschen, was jedoch misslang. Geschätzter Schaden: ca. 250.000 Euro. 

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Wernigerode: Das historische Gebäude, in dem sich auch ein Restaurant befindet, steht in Flammen.
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