Wer kommt nach Ziegner?

HFC stellt neuen Trainer vor
Dienstag, 25. Februar 2020

Gestern Abend haben die Bosse des Halleschen FC auf die sportliche Talfahrt reagiert und Trainer Torsten Ziegner freigestellt. Heute nun lädt der Verein zur Pressekonferenz: 15 Uhr stellen sich Präsident Jens Rauschenbach und Sportdirektor Ralf Heskamp den Fragen der Presse. Auf dem Facebook-Profil des Vereins heißt es:  "Um 15 Uhr soll der neue Trainer des Halleschen FC vorgestellt werden."

Die Trennung von Ziegner wurde auf einer Krisensitzung von Vorstand und Verwaltungsrat des Fußball-Drittligisten beschlossen. «Die jüngsten Ergebnisse mit sechs Pflichtspielniederlagen in Folge seit der Winterpause inklusive Pokal-Aus haben Vorstand, Verwaltungsrat und Sportdirektor zu der Überzeugung kommen lassen, dass die Mannschaft einen neuen Impuls benötigt», sagte Präsident Jens Rauschenbach. Am Morgen war das obligatorische Auslaufen bereits ausgefallen. Stattdessen hatte Ziegner seine Mannschaft in der Kabine versammelt und das alarmierende 3:5 des HFC gegen die SpVgg Unterhaching stundenlang ausgewertet. Am Mittag tauchte Rauschenbach am Stadion auf und eilte kommentarlos ins Büro von Sportdirektor Ralf Heskamp.

Schon nach dem 1:6 bei Bayern München II vor einer Woche hatte die Chefetage die Köpfe zusammengesteckt. Im Resultat hatten die Verantwortlichen Ziegner eine Gnadenfrist eingeräumt. Nun ist die Zeit für den im Sommer 2018 gekommenen Trainer abgelaufen.

«Die Trainer leisten eine super Arbeit. Wir als Team sind es, die es verkacken», sagte Kapitän Sebastian Mai am Montag. «Wir machen hinten zu viele individuelle Fehler, da nehme ich mich selbst auch nicht heraus. Ich sah auch schlecht aus.» Doch die Verantwortung trug letztlich Ziegner.

Der Vorsprung vor der Abstiegszone schmilzt weiter. Gegen Unterhaching hatten die Verantwortlichen Taten sehen wollen. Die blieben aus. «Es war nicht so, dass die Mannschaft nicht gewollt hätte, aber es funktioniert einfach nicht mehr. Wir sind nicht in der Lage, in der Defensive die nötige Kompaktheit herzustellen. Wenn einer ausgespielt wird, schwimmt die Abwehr», sagte Heskamp.

Die Defensive stellte im Herbst noch das Prunkstück des Halleschen FC dar. In den ersten 17 Saisonspielen kassierten die Saalestädter nur 15 Gegentore. Danach folgte die Serie von acht Spielen ohne Dreier, in denen es 26 Gegentore gab. Allein in den vergangenen vier Spielen gab es satte 18. Statt um den Aufstieg mitzuspielen, kämpft der Verein nun gegen den Abstieg. Hinzu kam das sang- und klanglose Ausscheiden im Landespokal beim um den Klassenerhalt kämpfenden Regionalligisten Germania Halberstadt.

«Der Mannschaft mache ich keinen Vorwurf. Sie hat alles gegeben. Doch fünf Gegentore sind einfach zu viel. Bei uns wird derzeit jeder Stellungsfehler, Fehlpass oder Ausrutscher vom Gegner zu 100 Prozent bestraft», hatte Ziegner gesagt. Der 42-Jährige war bis zuletzt davon überzeugt, die Wende zu schaffen. Allein bei den Bossen fehlte der Glaube. Am Samstag muss der HFC zum Vorletzten SG Sonnenhof Großaspach.