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FDP-Landeschef Sitta zieht sich zurück

Rückzug kommt nicht überraschend
Mittwoch, 8. Juli 2020

Nach einem Streit um die Spitzenposten für die nächsten Wahlen zieht sich Sachsen-Anhalts FDP-Chef Frank Sitta aus der Politik zurück und gibt auch den Parteivorsitz auf. Das kündigte er am Mittwoch in einem Brief an die Mitglieder an, welcher der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Es sei ihm wichtig, der Partei den Weg für ein bestmögliches Ergebnis bei den bevorstehenden Wahlen zu ebnen, heißt es darin.

Nach reiflicher Überlegung habe er entschieden, weder bei der Landtags- noch bei der Bundestagswahl als Spitzenkandidat anzutreten. Der 42-Jährige kündigte an, Ende September sein Amt als Landeschef aufzugeben. Dann kommt die FDP zusammen, um die Kandidatenlisten für beide Wahlen aufzustellen.

Sein Rückzug kommt nicht ganz überraschend. Am Wochenende hatte sich der Landesvorstand über die Verteilung der Spitzenposten für die beiden Wahlen gestritten. Auf einem anschließenden Parteitag in Stendal reagierte die Basis sehr zurückhaltend auf den FDP-Chef.

Sitta hat als politischer Quereinsteiger vor fünf Jahren die Führung der Landes-FDP übernommen. Er war Spitzenkandidat, als die FDP im Frühjahr 2016 mit 4,9 Prozent knapp am Wiedereinzug in den Magdeburger Landtag scheiterte. Ein Jahr später holten die Liberalen mit ihm an der Spitze 7,8 Prozent bei der Bundestagswahl. Seither sitzt Sitta zusammen mit dem Stendaler Marcus Faber im Bundestag. Sitta ist dort Fraktionsvize und sitzt im FDP-Bundespräsidium. Sein Mandat wolle er bis zur Bundestagswahl behalten, hieß es im Brief. 

Auf der Homepage des Freien Demokraten beschreibt er sich so: "Ich bin 41 Jahre alt und lebe mit meiner Frau und unseren 2 Kindern in Halle (Saale). Ich bin Geschäftsführer eines Unternehmens im Bereich MICE. (Meetings, Incentives, Conferences & Events)"