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Explosion in Blankenburg

Plattenbau droht Abriss
Donnerstag, 19. Dezember 2019

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Bei der Explosion in einem Mehrfamilienhaus in Blankenburg im Harz ist der 78 Jahre alte Mieter einer Wohnung ums Leben gekommen. Das teilte Oberstaatsanwalt Hauke Roggenbuck am Donnerstag mit. Bislang wurde dies nur vermutet. Mittlerweile gebe es ein vorläufiges Gutachten, wonach der Mann bei dem Unglück am 13. Dezember durch ein sogenanntes Inhalationstrauma - das Einatmen heißer Brandgase - gestorben sei. «Die Explosion und die dadurch bedingten Einwirkungen auf den Körper haben voraussichtlich zum Tod geführt», sagte Roggenbuck. 15 Menschen wurden verletzt. 

Zudem sei nur eine Gasflasche am Explosionsort gefunden worden, hieß es am Donnerstag weiter. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie zur Explosion geführt hatte. Zunächst hatte die Polizei mitgeteilt «mehrere Flaschen mit Flüssiggas» gefunden zu haben.

Warum der Mann das Gas in der Wohnung hatte, ist weiter unklar

Berichte, dass seine Wohnung kalt gewesen sei, wurden von der Wohnungsgesellschaft dementiert. Nachbarn berichten, in ihren Wohnungen habe die Heizung funktioniert.

Ein Ermittlungsverfahren wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion wurde eingeleitet.

Die Frau des Mieters wurde schwer verletzt. Sie liegt im Klinikum Bergmannstrost in Halle und konnte noch nicht befragt werden.

Großer Schaden durch Explosion - Plattenbau könnte abgerissen werden

Mehrere Wohnungen und vor dem Plattenbau geparkte Autos wurden bei der Explosion beschädigt. Die Straße war übersät von Trümmerteilen. Auch auf der Rückseite des Hauses waren die Spuren der Explosion zu sehen. Auf einer angrenzenden Wiese waren noch in rund 70 Meter Entfernung Splitter zu finden. Das Technische Hilfswerk sicherte das Haus mit Holzbalken ab. 

Es ist unbewohnbar. Mittlerweile hätten alle Mieterinnen und Mieter vorübergehend eine neue Bleibe gefunden, sagte der Geschäftsführer der Blankenburger Wohnungsgesellschaft Thomas Kempf am Donnerstag. Elf Parteien seien in Ferienwohnungen oder Hotels untergekommen, vier seien in Notwohnungen untergebracht worden und alle anderen hätten eine private Lösung gefunden. «Ab dem 7. Januar wollen wir mit den Mietern neue Verträge schließen.» Er sei optimistisch, dass die Mieter bald dauerhaft neue Wohnungen fänden.

Wie es mit dem Wohnblock weitergeht, ist unklar. Es kann sogar sein, dass er abgerissen werden muss. «Ich habe wenig Hoffnung für den Block», sagte Kempf. Aber abschließend könne man das erst im Januar bewerten, dann sollen neue Erkenntnisse vorliegen. Die Frage sei, ob die Versicherung auch eine Sanierung zahlen würde.  

Mittlerweile sind auch mehr als 15 000 Euro an Spenden für die Mieter zusammengekommen, wie Blankenburgs Bürgermeister Heiko Breithaupt am Donnerstag mitteilte. Insgesamt seien es 170 Einzelspenden im Wert von fünf bis 2000 Euro gewesen. 

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