Europaweiter Blitzmarathon

Donnerstag, 4. April 2019

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Tarnblitzer
Sogenannter Enforcement-Trailer - ein autark arbeitendes Geschwindigkeitsmessgerät, das beim Blitzmarathon in Sachsen-Anhalt erstmalig zum Einsatz kam

Beim eintägigen Blitzer-Marathon hat die Polizei in Sachsen-Anhalt mehr als 1200 Autofahrer erwischt. So fuhr ein Mann am Mittwoch auf der Autobahn 9 an der Raststätte Osterfeld mit 180 Kilometern pro Stunde, obwohl nur Tempo 80 erlaubt war. Ihn erwarten Bußgeld, zwei Punkte und drei Monate Fahrverbot. Auf der Autobahn 38 war ein 35-Jähriger in einer 120er-Zone mehr als 80 Kilometer pro Stunde zu schnell. In Raguhn-Jeßnitz (Kreis Anhalt-Bitterfeld) fuhr ein Auto mit Tempo 91 durch den Ort und damit 40 mehr als erlaubt.

Sachsen-Anhalt hatte sich am Mittwoch zusammen mit acht weiteren Bundesländern an der europaweiten «Operation Speedmarathon» beteiligt. Laut Innenministerium waren 600 Polizisten an mehr als 203 Stellen im Einsatz, um Temposünder zu erwischen. Die meisten Autofahrer hielten sich jedoch an die vorgeschriebene Geschwindigkeit: Fast 50 000 Fahrzeuge wurden bei der Aktion kontrolliert, nur jedes Vierzigste war zu schnell.

Auch wenn der Blitzer-Marathon vorbei ist, müssen sich Autofahrer auch in den nächsten Tagen auf Kontrollen einstellen: Die Polizei kontrolliert noch bis Sonntag verstärkt das Tempo auf Sachsen-Anhalts Straßen. Damit wollen die Ordnungshüter für die Gefahr durch Rasen sensibilisieren. Hintergrund: Im vergangenen Jahr sind im Land wieder mehr Menschen im Straßenverkehr gestorben. Zu viel Tempo ist die Hauptursache für schwere Unfälle.

Das Innenministerium Sachsen-Anhalt hatte die Kontrollpunkte im Vorfeld veröffentlicht. Auch, um den Vorwurf der Abzocke zu entschärfen. Vielmehr wolle die Polizei darauf aufmerksam machen, dass Raserei eine der Hauptursachen für Unfälle mit Toten und Verletzten ist. Im Durchschnitt sei voriges Jahr fast jeder vierte dieser schweren Unfälle auf zu schnelle oder nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen.

Zum Einsatz kam auch der sogenannte Tarnblitzer, den Sachsen-Anhalt angeschafft hat. Kostenpunkt: 180.000 Euro. Das Gerät sieht aus wie ein kleiner Panzer. Es steht auf einem Anhänger, gegen Vandalismus geschützt durch einen robusten Mantel aus Metall. Der Blitzer läuft mit einem Akku, der eine Woche lang hält. Das Gerät kann also über mehrere Tage ohne Aufsicht blitzen.