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Affenpocken

Erster Affenpocken-Fall in Sachsen-Anhalt

Gefährdung für die Bevölkerung wird derzeit als gering eingeschätzt
Montag, 23. Mai 2022

In Sachsen-Anhalt ist ein erster Fall von Affenpocken nachgewiesen worden.

Betroffen sei ein Mann aus dem Jerichower Land, teilte das Sozialministerium am Montag in Magdeburg mit.

Der Mann habe nach einer Reise über Beschwerden geklagt, die Infektion sei über einen PCR-Test nachgewiesen worden. Das zuständige Gesundheitsamt habe eine häusliche Isolierung angeordnet und den Fall an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet.

Das Affenpocken-Virus ruft meist nur recht milde Symptome hervor wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und Hautausschlag. Affenpocken können aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen, in Einzelfällen sind tödliche Erkrankungen möglich. Folgen einer überstandenen Infektion können Narbenbildung und selten auch Erblindung sein.

Der Erreger wird insbesondere über sehr engen Körperkontakt übertragen. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 7 und 21 Tagen. Eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland werde derzeit als gering eingeschätzt, teilte das Ministerium weiter mit.

Mehrere Fälle in ganz Deutschland

Im Zuge der gestiegenen Aufmerksamkeit für die Erkrankung werden in immer mehr Ländern Fälle der eigentlich selten auftretenden Affenpocken nachgewiesen.

Der erste Fall in Deutschland überhaupt war aus Bayern gemeldet worden, inzwischen gab es auch Meldungen aus Berlin und Baden-Württemberg.

Proben zahlreicher weiterer Menschen werden analysiert, zudem suchen Behörden nach Kontaktpersonen nachweislich Infizierter.

Gesundheitsminister Lauterbach bereitet Eindämmungsmaßnahmen vor

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat angekündigt, dass in Deutschland Eindämmungsmaßnahmen vorbereitet werden. Es würden aktuell Empfehlungen zu Isolation und Quarantäne erarbeitet, sagte der Minister am Montag am Rande der Weltgesundheitsversammlung in Genf. Er gehe davon aus, dass sie bereits an diesem Dienstag vorgelegt werden könnten. Zudem werde über Impfempfehlungen für besonders gefährdete Personen nachgedacht.