Eintracht 2017

Eintracht 2017

Eintracht und FC Erzgebirge 1:1

Trainer Lieberknecht mit Wutrede gegen Pfiffe
Mittwoch, 16. August 2017

Torsten Lieberknecht Eintracht Braunschweig 1000 px

Torsten Lieberknecht
Torsten Lieberknecht, Trainer Eintracht Braunschweig

Antworten waren gefordert – von den Gastgebern, nach der mässigen Zweikampfleistung in Kiel – von den anderen überhaupt in den ersten drei Saisonspielen. Eintracht immerhin zeigte in den ersten Spielminuten guten Willen. Einmal landete der Ball am Außennetz, dann blieb der Schussversuch um Beigewühlt hängen – und Zucks Ecke überraschte nicht nur Keeper Martin Männel, der am Ball vorbeiflog, aber leider auch die Spieler beider Mannschaften.
Eintracht agierte oft kompliziert, spielte viele Pässe, zu wenig zielstrebig. Das nutze der FC Erzgebirge geduldig aus. Bei Balleroberungen ging es blitzschnell vor Eintracht-Tor. Eine schöne Kombination von Köpke und Bertram hätte fast zu Erfolg geführt, Baffo schoss den Ball noch vor der Linie gerade noch herausschießen (8.).

Drei Minuten später versuchte es Eros Dacaj aus der Distanz – Männel konnten den wuchtigen Schuss abklatschen, die Abwehr klärte. Danach Eintracht mit mehr Ballbesitz, aber zu wenig Tordrang. Die dickste Chance hatte Christoffer Nyman in der 22. Minute – als er einen Kopfball als Aufsetzer platzierte, den Männel noch aus dem oberen Eck kratzte. Auch den fulminaten Nachschuss hielt der Keeper mit einer Glanzparade. Zwei Minuten später jubelten die ca. 500 mitgereissten Aue-Fans. Tiffert zog eine Ecke bis an den äußersten Rand des Strafraums- Nazarov nahm die Vorlage volley – und der Ball fliegt wie an einem Seil gezogen ins untere Eck. O.1. (24.)!
Und dann gab Eintracht eine Antwort: Eine weite Flanke prallt gegen den Rücken von Nyman. Der Ball gerät vor die Füße von Khelifi, der zum 1:1 einschob (26.). Nach dem Unentschieden entwickelte sich mehr und mehr eine ausgeglichene Partie, Aue hatte Mut geschöpft. Das zeigt sich besonders nach dem Wechsel, als die Gäste plötzlich ein Powerplay entfesselten und Eintracht in die eigene Häfte drückte. Erst in der 56. Minute konnte sich Eintracht wieder mehr und mehr in Szene setzen – den Fernschuss von Zuck konnte Martin Männel nur mühsam abwehren. Doch Eintracht leistete sich weiter viele Ballverluste und Fehlpässe – Aue nahm das dankbar an – immer wieder musste Fejzic im Eintracht-Tor sein Können aufbieten.

Der Aufreger des Spiels in der 69. startete Nyman allein Richtung Tor – wurde am Trikot geszogen – und ging zu Boden. Zum Ärger der Fans zog Schiedsrichter Rohde nicht die erwartete rote Karte für die Notbremse! Den Freistoß platzierte Dacaj ins untere Eck – aber wieder hechtete Männel – und hielt. Danach agierte der Schiedsrichter nun übernervös und pfiff kleinlich – und meistens falsch. Das Pfeifkonzert der 20.300 Zuschauer war verständlich. Spielfluss konnte kaum noch entstehen, obwohl Eintracht längst wieder das Heft in die Hand genommen hatte. Da nützen vier Minuten Nachspielzeit auch nichts mehr – wieder trennten sich Eintracht und der FC Erzgebirge 1:1 Unentschieden.

Nach dem Spiel hielt Eintracht Trainer Lieberknecht eine engagierte Wutrede, wegen der Fanreaktionen und Pfiffe. „Wie stehen hier nicht als Sonnengott, der keine Fehler macht – aber es gibt Leute, die nicht hinter der Mannschaft stehen. Wir reißen uns für den Verein und die Fans den Arsch auf und dann wird über Fehlpässe gelacht und bei jedem technischen Fehler Häme ausgeschüttet. Das ist nicht die Eintracht, die ich kenne – und das kotzt mich an.“

Aufstellung:

Eintracht:

Jasmin Fejzic, Joseph Baffo, Gustav Valsvik, Julius Biada (58. Hernandez), Mirko Boland, Christoffer Nyman (G, 77. Abdullahi), Ken Reichel (C.), Salim Khelifi, Maximilian Sauer, Hendrick Zuck (G, Nkansah), Eros Dacaj.

Marcel Engelhardt, Jan Hochscheidt, Louis Samson, Robin Becker, Steffen Nkansah, Suleiman Abdullahi, Onel Hernandez.

Trainer: Torsten Lieberknecht/Darius Scholtysik.

Schiedsrichter: Rene Rohde, Felix-Benjamin Schwermer, Marcel Unger, Sascha Thielert.

FC Erzgebirge Aue

Martin Männel (C.), Fabian Kalig (G), Clemens Fandrich, Dominik Wydra, Dimitrij Nazarov, Pascal Köpke (90. Cacutalua), Philipp Riese, Nicolai Rapp (60.. Hertner), Calogero Rizzuto, Sören Bertram (85. Strauß), Christian Tiffert (G).

Daniel Haas, Sebastian Hertner, Arianit Ferati, Michael Maria, Malcolm Cacutulua, John.Patrick Strauß, Albert Bunjaku.

Trainer: Robin Lenk/Max Urwants