Stein für den Neptun am Ende des Planetenweges.jpg

Eine Reise durchs Sonnensystem

Der Planetenweg in Radis bei Kemberg
Mittwoch, 23. September 2020

Am 23. September 1846 wurde Neptun - der achte Planet im Sonnensystem - entdeckt. Und das SAW-Land war nicht ganz unbeteligt an der Entdeckung.

Johann Gottfried Galle – 1812 in Radis bei Kemberg geboren und in Wittenberg zur Schule gegangen – beobachtete den Himmelskörper durchs Teleskop. Zuvor hatte der Franzose Urbain Le Verrier seine Berechnungen für die mögliche Umlaufbahn des Planeten Galle zukommen lassen.

Galle zu Ehren gibt es seit vier Jahren einen Planetenweg, in etwa der ehemalige Schulweg des jungen Johann Gottfried, teilte uns Antje Möbius mit. Sie ist Vorsitzende des Heimatvereins von Radis. "Ein Teil des Planetenweges liegt am Radweg R1, so dass man durchaus auf dem Weg nach Ferropolis oder Dessau - Wörlitz einen kurzen Abstecher zum Pabsthaus machen könnte. Es ist nicht nur das Geburthaus von J.G.Galle, sogar Luther soll auf seinen Reisen schon dort eingekehrt sein", so Möbius. Das Haus ist heute in Privatbesitz und ist vom Zaun aus zu betrachten.

Insgesamt ist der Planetenweg ca. 4,5 km lang und beginnt im Ortskern von Radis. Neben dem großen Gedenkstein für Galle gibt es auch einen Stein, der die Sonne symbolisiert. Im Massstab 1 zu einer Milliarde kommen dann alle paar Metern (mehrere hundert) die Planeten Merkur, Vernus, Erde usw. Den Stein für Neptun finden Wanderer außerhalb von Radis im Wald. Dort in der Nähe befand sich auch einst das Geburtsthaus von Galle.

Der Wanderweg ist wenig frequentiert. Die 2. Klasse der Grundschule nutzt ihn häufig für ihren Wandertag um die nähere Heimat kennen zu lernen. Übrigens ist der Planetenweg in Radis deutschlandweit der einzige Weg, der im Zentrum des Ortes beginnt, wo der Wissenschaftler lesen und schreiben lernte, und mit dem Neptun an seinem Geburtshaus endet.

 

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