Deutschlands Nationalparks

Mittwoch, 7. Oktober 2020

"Natur Natur sein lassen" - das ist das Motto der deutschen Nationalparks. Das zeichnet Nationalparks also aus und macht sie so besonders: Die freie Entfaltung der Natur. Im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) §24 werden Nationalparks als großräumige zu schützende Gebiete bezeichnet, die sich durch ihre Eigenart von anderen Regionen hervorheben. Die Dinge sollen einfach ihren natürlichen Lauf nehmen. Wir als Menschen dürfen in diesen Prozess nur in ganz bestimmten Situationen eingreifen.

Doch wie viele Parks gibt es in Deutschland eigentlich und welche liegen hier in der Region?

Die 16 Nationalparks Deutschlands

Als erster Nationalpark in Deutschland wurde 1970 der Bayerische Wald anerkannt. Seither gab es einen regen Zuwachs, insgesamt gibt es heute 16 Nationalparks im ganzen Land. Die Nationalparks machen jedoch nur 0,6 Prozent des gesamten Bundesgebiets aus. Die Vielfalt reicht vom Wattenmeer was fast die gesamte Nordseeküste umschließt bis hin zum Hochgebirgsnationalpark Berchtesgaden. Als letztes wurde 2015 der Nationalpark Hunsrück-Hochwald als solcher ausgewiesen. Neben vielen potenziellen neuen Regionen könnte der Steigerwald wohl auch bald zur nachfolgenden Liste der deutschen Nationalparks hinzukommen.

Bayerischer Wald

Vorpommersche Boddenlandschaft

Berchtesgaden

Unteres Odertal

Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer

Hainich

Niedersächsisches Wattenmeer

Eifel

Hamburgisches Wattenmeer

Kellerwald-Edersee

Jasmund

Harz

Müritz

Schwarzwald

Sächsische Schweiz

Hunsrück-Hochwald

Nationalparks im und um das SAW-Land

Der Harz ist einer der größten deutschen Waldnationalparks und zugleich auch der erste länderübergreifende Nationalpark Deutschlands. Insgesamt 97 Prozent der Nationalparkfläche sind mit Wald bedeckt. Mit nahezu 25.000 Hektar Fläche nimmt er rund 10 Prozent der Gesamtfläche des Harzes ein. Mehr als 7.200 Tier- und Pflanzenarten finden im Park eine geschützte Zuflucht. 

Mitten in einer vielfältigen Berglandschaft thront der 1.141 Meter hohe Brocken als höchster Punkt des Nationalparks. Die Landschaft ist geprägt von dichten Laub- und Nadelwäldern, steilen Bergzügen, Felsen, Klippen, Mooren und Gebirgsbächen. Einmalig in Deutschland ist zudem auch, dass ab einer Höhe von 1.100 m keine Bäume mehr wachsen. Grund dafür sind die extremen Witterungsverhältnisse in den Hochlagen des Harzes und auf dem Brocken. Besonders die Kälte, Nässe und der Sturm machen eine Bewachsung unmöglich.

Der Müritz Nationalpark im Süden Mecklenburg-Vorpommerns dient dem Schutz der typisch meck­len­bur­gischen Wald- und Seenlandschaft im nord­deutschen Tiefland. Die Region ist durch die zahl­reichen Seen und Moore geprägt, was den Park auch auszeichnet.

Der Hainich ist ein Höhenzug im Westen Thüringens. In diesem Gebiet wachsen die letzten verbliebenen Reste großer, unzerschnittener Buchenwälder mitteleuropäischer Ausprägung auf Muschelkalkboden in mittlerer Höhenlage. Diesem Alleinstellungsmerkmal ist es auch zu verdanken, dass sich dort viele seltene Tierarten niedergelassen haben.