Bescheidener Martin und verräterische Gänse

So kommen wir zur Martinsgans und Lichterumzug
Sonntag, 11. November 2018

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Der Heilige Martin

Am 11. November ist Martinstag. Vor allem die Katholiken feiern diesen Tag besonders. Wer nicht kirchlich aktiv ist, bemerkt vom Festtag am ehesten etwas, weil es in vielen Restaurants Martinsgans-Menues gibt und weil Lampionumzüge organisiert werden. 

Wer war dieser Martin?

Martin von Tours wurde 316 n.Chr. im heutigen Ungarn geboren. Der Erzählung nach traf der Soldat einen armen Bettler am Straßenrand. Um ihn zu wärmen, zerschnitt er seinen Mantel mit seinem Schwert und gab die eine Hälfte an den Bettler ab. In der folgenden Nacht soll ihm Jesus Christus erschienen sein, worauf Martin sich taufen ließ und in den Dienst der Kirche trat. Nach seinem Tod wurde er vom Papst heilig gesprochen und zum Schutzpatron der Bettler, Soldaten, Waffenschmiede und Haustiere erklärt.

Warum der 11. November?

An einem 11. November wurde Martin beerdigt. 

Warum essen wir die Martinsgans?

Der Brauch, am Martinstag eine Gans zu essen, geht auf eine alte Legende zurück: Der äußerst bescheidene und zurückhaltende Martin erfuhr gerade, dass er zum Bischof gewählt werden soll. Ein Amt, dem er sich nicht würdig fühlte. Um dem zu entgehen, versteckte er sich in einem Gänsestall. Durch das laute Geschnatter der Gänse wurde er trotzdem gefunden. Die Gänse werden also als Bestrafung gegessen. Anbei findet ihr ein leckeres Rezept für eine Martinsgans.

Warum ziehen Kinder mit Laternen durch die Stadt?

Also eigentlich liefen die Menschen im November schon immer gern mit Lichtern, Fakeln und Lampions durch die Straßen. Es gab schon bei den Germanen solche Bräuche - z. B. auch im Zusammenhang mit Erntedank. Später hat die Katholische Kirche und dann auch die Evangelische rund um diese Bräuche ihre eigenen gelegt. 

Rezept: Martinsgans

Zutaten

  • 1 Martinsgans
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 Bund Suppengrün
  • 2 Zweige Majoran
  • 2 Äpfel
  • 2 Birnen
  • 1 Orange
  • 2 Zweige Beifuß
  • 1 1/2 EL hellen Soßenbinder
  • 1 EL Schmand

Zubereitung

Entferne zunächst die Fettdrüse am Bürzel der Ente und nimm den Beutel mit Innereien aus dem Bauch. Spüle die Gans anschließend gut ab und reibe sie kräftig mit Salz und Pfeffer ein.
Putze das Suppengrün und schneide es in grobe Würfel.
Spüle den Majoran ab und zupfe die Blätter von den Stielen. Spüle Äpfel und Birnen ab und viertel sie.
Zupfe die Beifußblättchen von den Stielen.
Spüle die Orange heiß ab und entferne dünn die Schale. Presse die Orange anschließend aus.

Heize den Backofen auf 180 °C vor. Mische Apfel, Birne, Beifuß und die Orangenschalen und würze sie mit Salz und Pfeffer. Gib die Füllung in die Gans.
Gebe 1/2 L kochendes Wasser in eine Fettpfanne und schiebe sie auf die unterste Leiste.
Lege die Gans mit der Brust nach oben auf den Backofenrost. 

Die Gans 1 Stunde 30 Minuten braten lassen. Bestreiche die Gans nach einer Stunde nochmal mit Fett.
Gieße nach der Bratzeit die Flüssigkeit aus der Fettpfanne in eine Schüssel. Gebe nun das Suppengrün und 200 ml Wasser in die Fettpfanne.
Jetzt kannst du die Gans einmal wenden und nochmals 1 Stunde 30 Minuten braten. Nach dieser Zeit kannst du die Gans anrichten.

Für die Soße kannst du den Bratsud und Orangensaft zusammen aufkochen. Anschließend rühre den Soßenbinder und Schmand unter und würze bei Bedarf nach.

Und fertig ist die Martinsgans mit Füllung. Guten Appetit!

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