Corona-Branchencheck: Tattoostudios

Seit zwei Monaten leere Kassen
Dienstag, 16. Februar 2021

Piercer und Tattowierer dürfen im Lockdown wie viele andere nicht arbeiten. Sie dürfen nicht an die Menschen ran, die sich ein Tattoo oder Piercing stechen lassen wollen. Und weil sie sich aufgrund fehlender Hilfen blank fühlen gab es auch vorige Woche die Aktion, wo Tattoowierer ihr letztes Hemd im Internet auszogen.

Seit zwei Monaten bleiben die Kassen leer. Grundsätzlich habe der Bundesverband Tattoo für die Schließungen Verständnis sagt Vorstandsvorsitzender Urban Slamal  "Mein Gott, wir haben halt ne laufende Pandemie, der man begegenen muss. Ob das jetzt wissenschaftlich betrachtet der Weisheit letzter Schluss ist wird sich kaum wirklich beantworten lassen."

Allerdings glauben Slamal und der Verband nicht, dass von Tattoo- und Piercingstudios eine nennenswerte Infektionsgefahr ausgeht "...wenn man die wieder öffnen würde. Das halten wir persönlich für ausgeschlossen. Aber vor dem Hintergrund, dass Konaktverhinderung sein soll, ist das wohl erstmal hinzunehmen."

Die schleppenden Wirtschaftshilfen kritisieren die Tattowierer ebenso wie andere Branchen "Skandalös ist der Umfang, wie vom Lockdown betroffene Unternehmen hängen gelassen werden, was die Hilfszahlungen angeht. Die großangekündigte Bazooka ist ein Rohrkrepierer geworden. Grade vor dem Hintergrund, dass offensichtlich organisatorische Fehlleistungen dazu geführt haben, dass seit über drei Monaten keine nennenswerten Beträge geflossen sind."

Auf die wartet auch Sebastian, der seit 15 Jahren in Magdeburg hauptberuflich Tattoos sticht. Seit zwei Monaten darf er das im Eisenherz nicht machen "Das Tattoowieren an sich fehlt mir schon sehr. Es bildet ja eben auch meine Lebensgrundlage und die ist nunmal nicht da. Und uuch der Kontakt mit Menschen fehlt mir schon sehr." Momentan lebt er noch von seinen Reserven, aber auch die sind bald aufgebraucht. Das ALG II droht.

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