Corona-Branchencheck: Sportvereine

Kein Wettkampf, kein Training, weniger Mitglieder
Freitag, 19. Februar 2021

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Ständig zu Hause hocken, das nervt. Vor allem diejenigen, die in einem Sportverein aktiv sind. Doch jetzt im Lockdown ruht der Betrieb in den Sportvereinen auch in Sachsen-Anhalt. So rollt keine Kugel auf der Kegelbahn, kein Fußball auf dem Rasen und das seit fast einem Jahr. Manche haben deshalb ihre Mitgliedschaft gekündigt sagt Tobias Knoch vom Landessportbund Sachsen-Anhalt "Im Jahr 2020 hat der gemeinnützige Sport in Sachsen-Anhalt nahezu 10.000 Mitglieder verloren. Das ist zwar weniger als wir befürchten mussten, aber dennoch ein gravierender Einschnitt in die Sportlandschaft." Für eine allmähliche Rückkehr in den normalen Sportbetrieb hat der Landessportbund mit der Landespolitik einen Stufenplan erarbeitet. Der orientiert sich an den aktuellen Inzidenzwerten und soll regionale Öffnungen der Sportanlagen ermöglichen "Sportvereine sind gerade im ländlichen Raum Sozialstationen. Sie schaffen für die Menschen ein Stück Heimat und Gemeinschaftsgefühl. Gerade für Menschen aus sozialschwachen Verhältnissen sind die Angebote der Vereine oft die einzige Möglichkeit ihrem sportlichen Hobby nachzugehen. Zum Glück haben wir bisher kaum coronabedingte Abmeldungen von Sportvereinen. Wir müssen aber alles dafür tun um die meist ehrenamtlich geführte Vereinslandschaft am Leben zu halten." Dazu sind gerade Kampagnen in Planung.

Bislang gab es zwei Hilffonds mit jeweils einer Million Euro, die aber nicht voll ausgeschöpft wurden "Man könnte meinen, die Vereine benötigen gar kein Geld. Das ist aber nicht richtig. Antragstellende Vereine mussten dem Land versichern, dass sie durch die Coronapandemie vorrübergehend in Zahlungsschwierigkeiten geraten sind, die ihre Existenz bedrohen. Viele Vereine haben zwar finanzielle Schäden erlangt, sind aber durch vorausschauendes Handeln und Sparmaßnahmen nicht von einer Insolvenz bedroht. Für den Landessportbund wäre es hilfreich, Hilfen auch beantragen zu können, wenn den Vereinen nachweislich finanzielle Schäden entstanden sind", so Knoch.

Auch für den SV Arendsee in der Altmark war 2020 ein schwieriges Jahr. Die Mitglieder hielten aber die Treue, einen Rückgang gab es nicht sagt der Vorstandsvorsitzende Martin Retzlaff "Im Gegenteil, wir haben sogar einen Mitgliederzuwachs, gerade im Juniorenbereich. Und was mich besonders stolz macht, das sind die Eltern - die passiven Mitlgieder, die klipp und klar sagen "wir verzichten nicht auf Beiträge" weil die wissen, dass die Beiträge eine wichtige finanzielle Säule darstellen für einen Sportverein. Dafür bedanke ich mich recht herzlich!" Retzlaff hofft, dass bald wieder Kinder und Jugendliche auf den Fußballplatz zurückkehren "Wir hatten die Möglichkeit - das ist noch gar nicht solange her - dass wir in Kleingruppen trainieren durften. Und ich hoffe dass sich dann die Landesregierung an den Inzidenzzahlen orientiert, wenn die entsprechend niedrig sind, und zumindes die MÖGLICHKEIT eines Kleingruppentrainings wieder erlaubt. Grade für die Jugendlichen und Kinder muss es doch möglich sein, da ne Lösung zu finden." Solange bietet der SV-Arendsee seinen Mitgliedern Onlinevideos mit Übungen zum Nachmachen für daheim an.

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