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Corona-Branchencheck: Psychologen

Hoher Bedarf, zu wenig Personal
Dienstag, 23. März 2021

Zahlreiche Menschen leiden zunehmend unter dem Lockdown. Sie brauchen professionelle Hilfe von Psychologen. Doch die haben in diesen Zeiten allen Hände voll zu tun.

Sandra Berwanger, Vorstandsmitglied des Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V.: "Ich selbst geh öfters nach Hause und habe ein bisschen ein schlechtes Gewissen und denke mir `hätte ich nicht doch noch einen Patienten mehr behandeln können´..."

Nicht nur Ihre Klienten leiden unter Lockdown, Einschränkungen und Verboten. Auch für Sie und Ihre Kollegen sind dies gerade besondere Zeiten "Wir haben jetzt im zweiten Lockdown eine Flut an Neuanmeldungen. Können der aber nicht nachkommen, da Patienten aus bereits abgeschlossenen Therapien nachfragen, um Termine bitten. Bzw. aktuell laufende Therapien dauern länger als geplant." Berwanger und ihre Kollegen schruppen daher Überstunden.

Bereits vor Corona war die Situation angespannt "Die Wartezeit auf einen ambulanten Psychotherapieplatz war schon Corona, Lockdown im Bundesdurchschnitt fünf Monate. Und das hat sich jetzt grade im zweiten Lockdown verschärft. Das uns auch letztendlich nicht mit einem guten Gefühl arbeiten. Man hat ein Stückweit das Gefühl man arbeitet und arbeitet, aber es reicht nicht aus."

Berwanger zufolge gibt es u.a. vermehrt schulische Probleme, Schwierigkeiten im Freundeskreis und ein erhöhtes Gewaltrisiko in Familien. Fast jedes dritte Kind leide inzwischen unter Sorgen, Ängsten und Depressionen. Besonders wichtig sei daher, dass mehr ambulante psychotherapeutische Behandlungsplätze geschaffen werden.

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