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Corona-Branchencheck: Möbelhäuser

Die Branche setzt auf Click&Meet
Montag, 8. März 2021

In verschiedenen Betten Probeliegen, das Leder eines neuen Sofas fühlen. Alles nicht möglich, solange die Möbelhäuser noch im Lockdown sind. "Je länger der Lockdown andauert, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass die Insolvenzen zunehmen", sagt Felix Dörr, Geschäftsführer des Europa-Möbel-Verbunds. Eins von über von 500 Unternehmen befindet sich derzeit in einem vorläufigen Insolvenzverfahren. Seit Dezember 2020 sind auch die Möbel- und Küchenhäuser zu "Der Umsatzeinbruch ist sehr, sehr hoch. Man muss davon ausgehen, wenn das nicht wiederaufeholt werden kann, das hier Umsatzeinbrüche von bis zu 50% des Jahresumsatzes hinzunehmen sind, denn die Schließungen sind in der umsatzstärksten Zeit passiert."

Für den Arbeitsausfall erhalten die Unternehmen Kurzarbeitergeld. Die Überbrückungshilfe 3 kommt beim Möbel- und Küchenhandel allem Anschein nach nicht an "Weil, als Voraussetzung dafür im Moment ein Umsatzminus im Vorjahr gilt. Und im Vorjahr ist durch die Senkung der Mehrwertsteuer u.a. der Umsatz auch gepuscht worden, sodass aus diesen Geldern - die Überbrückungshilfe 3 soll ja z.B. Fixkosten decken - wahrscheinlich bei den Möbel- und Küchenhäusern sehr, sehr wenig ankommt."

Zwischen 10 und 25 Prozent nehme die Branche über Onlinehandel ein. Da, wo es die Inzidenzzahlen erlauben, bieten Möbelhäuser Click&Meet an "Im Möbelhandel können wir ausreichend große Abstandsflächen garantieren für die Kunden. Ein Kunde je 50 Quadratmeter Verkaufsfläche ist für die meisten Möbel- und Küchenhändler gar kein Problem."

Auch bei Maco Home Company in Magdeburg ist die Lage angespannt. Mitarbeiter sind in Kurzarbeit, teilt Hausleiter Mathias Utermark. Für Kunden wurde ein Online-Beratungs-Angebot entwickelt "Wir haben Gott sei Dank die Möglichkeit über Onlinechats Küchenplanung vorzunehmen. Wir konnten ca. 60 Prozent der bisherigen Umsätze generieren durch Planung. D.h. der Kunde macht bei uns einen Termin, dann klären wir die technischen Möglichkeiten ab und dann wird über die Videochats auf dem Desktop langsam die Küche kreiert." Wahrscheinlich ein Modell auch in Zukunft Küchen mit Kunden zu planen. Zurzeit liefert das Unternehmen noch Waren aus, die bis Dezember verkauft wurden. Doch auch die werden weniger.

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