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Corona-Branchencheck: Krankenhausseelsorge

Thomas Dammann aus Halle schildert Corona-Alltag
Sonntag, 28. Februar 2021

Die Folgen der Pandemie sind in eigentlich allen Bereichen der Gesellschaft zu spüren. Es gibt Absagen, Berufsverbote oder auch Besuchsverbote in Krankenhäusern. Da sind Krankenhausseelsorger in diesen Zeiten umso mehr gefragt.

Als solcher arbeitet der katholische Gemeindereferent Thomas Dammann im Krankenhäusern St. Elisabeth und St. Barbara in Halle "Das Besuchsverbot für Angehörige unserer Patientinnen und Patienten, das ist wohl die schwerste Folge des Lockdown. Patienten sind darüber sehr unglücklich. Das nimmt in unseren Gesprächen viel Raum ein. Ich nehme auch viel Einsamkeit wahr. Ich denke viele fallen ohne die engen persönlichen Kontakte zu ihren Lieben in ein sehr dunkles Loch."

 Für Gewöhnlich läuft Dammann in zivil mit einem Namensschild durch die Kliniken. Schwierig werde es dann bei Patienten mit Covid-19, da sieht Dammann dann aus wie alle Ärzte und Pfleger "Da muss ich Schutzkleidung tragen: Einen Einwegkittel, eine spezielle Maske, unter der mir das Atmen noch schwerer fällt, als unter einer üblichen FFP-2-Maske, eine Schutzbrille, vielleicht noch eine Haube und Handschuhe. Erstmal schwierig für ein Gespräch." 

Auch für andere Patienten sind Dammann und andere Krankenhausseelsorger da. Neben schwierigen und traurigen Erlebnissen, gibt es auch schöne und ermutigende "Wenn Menschen nach einem langen Klinikaufenthalt oder einem schweren Verlauf endlich wieder Zuversicht haben, wenn sie sich auf zu Hause freuen. Oder wenn ein Kind geboren wird und alles ist gut gegangen. Und auch wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch von Herzen lachen können, trotz mancher Anspannung oder auch nach vielen Arbeitsstunden immer noch freundlich sind. Das sind Lichtblicke für mich in meinem Alltag."

Und bei alle dem gibt es auch Komik "Das die von der Kirche immer so dunkle Sachen anziehen müssen, sagte mir mal eine Patientin. Ich sehe an mir herunter und denke: stimmt! Am nächsten Tag habe ich sie wieder besucht und einen knallroten Pullover angezogen. Die Patienten verzog keine Miene und sagte: Achja, und morgen kommen Sie im Hawaii-Hemd."  Wenn Dammann daran denkt, muss er lächeln.

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