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Autostadt Wolfsburg

Corona-Branchencheck: Autohändler

Lockdown-Folgen für Autohäuser
Dienstag, 19. Januar 2021

Die Floristen, die Friseure und auch die Autohändler haben wegen des Lockdowns geschlossen. Mit Ausnahme Thüringens sind die Autohäuser deutschlandweit zu. radio SAW-Reporter Ben Otte hat mit Thomas Peckruhn gesprochen – Vizepräsident des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes und selbst Autohausbesitzer in Sangerhausen.

Peckruhn zufolge seien die allermeisten Autohändler sehr frustriert über den erneuten Lockdown. Bei allem Verständnis für notwendige Maßnahmen um die Infektionszahlen zu senken meint Thomas Peckruhn dass ein Autohaus keinen Infektionsherd darstellt "da gibt es keine Kundenschlangen, da sind entsprechend der Verkaufsfläche diese Mindestgrößen 25 qm pro Kunde ganz locker einzuhalten." 

Peckruhn hatte gehofft, dass bei einem erneuten Lockdown Autohäuser nicht schließen müssen. Doch die Politik entschied anders, was die Branche sehr stark treffe "die Autobestände sind ja ziemlich werthaltig. Deshalb trifft uns auch die Länge des Lockdowns. Das bedeutet, dass ein Händler nach 90 Tagen schauen muss, was hat das Auto. Das wird dann neu bewertet. Dabei wird ein Verlust realisiert, der in der Regel nicht mehr verdient werden kann."   

Was bleibt ist der Onlineverkauf. Und der Service, der weiterhin geleistet werden darf, jedoch weniger Geld reinbringt, so Peckruhn. Finanzhilfen gebe es nicht so wie in der Gastronomie, Autohändlern bleibe die Kurzarbeit "was nicht motivierend ist, da viele Autohäuser nicht in der Lage sind, die Differenz zu den 60% hinzu zu bezahlen. Das Instrument Kurzarbeit wird aber genutzt, denn wenn die Verkaufsabteilungen dicht sie derart Umsatzeinbusen haben, müsse man das tun".

Eine zeitnahe Öffnung sei daher nötig, da sonst viele Autohäuser in der Region nicht überleben. Beim ersten Lockdown hätten viele Händler 20 Prozent weniger Verkäufe abgeschlossen, sagt Peckruhn. Er bleibt dennoch optimistisch.

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