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Buchtipp

Bruce Chatwin: Traumpfade

Lesetipp von Moderator Christoph Schödel

 

Ich selbst habe das Buch als Empfehlung geschenkt bekommen und wusste überhaupt nicht, worum es geht. Es ist nicht immer ganz einfach, der Handlung zu folgen, aber mich hat das Buch ganz schön verblüfft. Das Buchhandelt von einer tollen Überlieferung der Aborigines in Australien. Die schmeißen nämlich nicht so wie wir, wenn sie eine Adresse suchen, einfach Google Maps an, sondern jeder einzelne Stamm hat seine eigenen Traumpfade. Die Traumpfade wiederum sind Wege, die von den Vorfahren abgeschritten worden.

Auf ihrem Weg haben sie sich markante Orte, wie z.B. ein Bergplateau, Stellen wie z.B. ein Wasserloch oder Gegenstände wie z.B. einen Stein oder einen großen Baum gemerkt und sich Geschichten dazu ausgedacht. Auf dem Bergplateau z.B. könnte zwischen zwei Einheimischen eine Romanze entstanden sein, auf dem Rückweg wurde die Geliebte aber von einer Schlange gebissen und er musste sie zurücklassen. Aus diesen Geschichten haben sie Lieder geschaffen, die dann immer an ein einziges Mitglied des Stammes weitergegeben werden. Derjenige, der den Traumpfade „verwaltet“ hat sogar noch sowas wie einen „Manager“.

Der „Manager“ ist dafür da aufzupassen, an wen der Traumpfad weitergegeben wird. Denn nur in Ausnahmefällen ist es erlaubt, den Traumpfad an einen anderen Stamm oder gar Fremde weiterzugeben. Mitte des 19ten Jahrhunderts kamen Kolonialisten getrieben vom sogenannten Goldrausch nach Australien und den Rest müsst ihr selbst lesen…

Übrigens, das Buch gibt es auch im tollen Taschenbuchformat.

 

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