
Die diesjährige Badesaison steht quasi vor der Tür, aber das Wetter macht noch nicht so mit. Da haben viele Kids noch die Chance, ihre Abzeichen im Schwimmunterricht abzulegen - für einen sicheren Badespaß!
Denn die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) verzeichnet wieder mehr Badetote. Insgesamt 411 tödliche Unglücke gab es in deutschen Gewässern im vergangenen Jahr. Mit 31 Toten mehr ist das erneut ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr.
Wir haben mit Martin Holzhause gesprochen - er ist Sprecher der DLRG und weiß wie Kinder am sichersten schwimmen lernen.
Was ist denn die beste Taktik, um Schwimmen zu lernen?
Das Schwimmen ist eine Bewegungsform, die man natürlich erst mal erlernen muss und das macht man am besten mit viel Spaß und Freude und am besten auch bei Schwimmlehrerinnen und Schwimmlehrern, die sozusagen auch methodisch, didaktisch da eine gute Herangehensweise haben, mit Kindern spielerisch das Schwimmen zu erlernen. Jetzt irgendwie bedroht und zwang zu arbeiten oder vielleicht auch ins Wasser zu schubsen, das ist keine gute Idee, das führt vielleicht nur dazu, dass man dann schlechte Erfahrungen macht, das Wasser scheut, vielleicht auch Angst davor hat. Das ist nicht unbedingt die Vorgehensweise, die da ratsam ist, um wirklich einen spielerisch leichten Umgang mit dem Wasser zu gewinnen und sich mit Freude daran zu bewegen.
Es gibt immer weniger Hallenbäder und Schwimmhallen an Schulen. Wie problematisch ist das aus Ihrer Sicht?
Wir beobachten das leider jetzt schon sehr lange, dass Bäder immer wieder geschlossen werden, auch Lehrschwimmbecken an den Schulen. Wir haben da einen großen Sanierungsstau. Es muss viel gemacht werden. Aber auch beim Personal gibt es einen großen Bedarf. Seit einigen Jahren schon fehlen mindestens zweieinhalbtausend Fachkräfte für die Bäder. Und natürlich auch für den Schwimmunterricht in den Schulen fehlt es durchaus auch immer wieder an qualifizierten Lehrkräften. Das ist natürlich schon problematisch, weil das Schwimmenlernen eben die beste Prävention gegen das Ertrinken ist. Jedes Kind, das in der Grundschulzeit nicht schwimmen lernt, da sinkt dann schon mal die Wahrscheinlichkeit, dass es das danach noch tut. Und wer nicht schwimmen gelernt hat, nicht richtig schwimmen kann, der ist halt sein Leben lang gefährdeter, wenn er am oder im Wasser unterwegs ist.
Wann können Kinder eigentlich richtig schwimmen? Ab wann kann ich sie als Eltern unbesorgt alleine schwimmen lassen?
Kinder sind in der Regel mit fünf Jahren in dem Alter, dass sie auch körperlich die Voraussetzungen haben, das Schwimmen zu erlernen. Und wer dann das deutsche Schwimmabzeichen Bronze, auch vielen als Freischwimmer bekannt, das abgelegt hat, der ist dann auch so weit, zum Beispiel alleine in ein Schwimmbad gehen zu können. Das ist ja nicht nur das Stoffabzeichen, den Aufnäher, den man erhält, sondern den deutschen Schwimmpass, wo man nachgewiesen hat, dass man eine Viertelstunde sich im Wasser bewegen kann, in verschiedenen Lagen, dass man tauchen kann mit geöffneten Augen, sich unter Wasser orientieren kann, das ist zum Beispiel wichtig, wenn man mal ins Wasser stürzt, dass man auch direkt die Richtung wieder findet, wo es hingeht, sich dorthin bewegen kann. Von daher ist es durchaus auch schon so eine Art Führerschein für das Schwimmbad, wenn man will. Und die Eltern brauchen dann keine Bedenken mehr haben.
Was sind die gängigsten Gefahrenquellen für die Kids?
Das kann das Planschbecken im eigenen Garten sein oder auch der Bach hinterm Spielplatz, der vermeintlich ungefährlich ist. Jedes Gewässer birgt gewisse Gefahren und es ist zumindest Obacht geboten, ob man da jetzt mit Kindern unterwegs ist, aber eben auch natürlich beim Baden am See oder am Meer, dass man sich immer bewusst macht, wenn man am Wasser ist, dass es nichts Alltägliches ist, da kann auch was passieren und wenn man das im Hinterkopf behält, dann ist man auch schon ein Stück weit sicherer.
