Eine Reihe von leuchtend roten Feuerwehrautos, die in einer sonnigen Feuerwache geparkt sind und Einsatzbereitschaft zeigen

Wernigerode: Stadtrat berät über neue Feuerwache

Wo soll die neue Feuerwache in Wernigerode entstehen? Darüber soll der Stadtrat am Donnerstag beraten. Klar ist: Die Feuerwehr braucht ein neues Zuhause – und es geht um eine der größten Investitionen der Stadt für die kommenden Jahre.

Lange war unter anderem der Dornbergsweg als möglicher Standort im Gespräch. Auch die bestehende Feuerwache an der Bahnhofstraße wurde geprüft. Inzwischen liegt allerdings eine konkrete Empfehlung der Stadtverwaltung vor: Die neue Feuerwache soll auf dem Gelände der heutigen Kleingartenanlage am „Neuen Rathaus“ entstehen.

Bestehende Wache hat erhebliche Nachteile

Die aktuelle Feuerwache an der Bahnhofstraße hat laut einer Machbarkeitsstudie erhebliche strukturelle Probleme. Es fehlen unter anderem Erweiterungsflächen, separate Zufahrten und eine ausreichende Umfahrungsmöglichkeit. Auch Übungsflächen stehen nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung.

Ein Verbleib am bisherigen Standort würde deshalb einen erheblichen Umbau bedeuten. Dafür müsste unter anderem das angrenzende Grundstück des Landkreises einbezogen werden. Allein dessen Erwerb wird mit rund zwei Millionen Euro veranschlagt. Hinzu kämen Abrissarbeiten und ein Ausweichquartier für die Feuerwehr.

Gelände am Neuen Rathaus als Favorit

Die Stadtverwaltung sieht deshalb deutliche Vorteile beim Gelände am Neuen Rathaus. Das Grundstück gehört bereits der Stadt und bietet ausreichend Platz für einen modernen Feuerwehrstandort – inklusive separater Alarm- und Einsatzfahrten, Umfahrung und Übungsflächen.

Ein weiterer Vorteil: Während der Bauzeit müsste die Feuerwehr dort voraussichtlich nicht in ein teures Übergangsquartier umziehen.

Allerdings wird derzeit auf dem Gelände eine Kleingartenanlage betrieben. Das Grundstück müsste für den Neubau entsprechend vorbereitet und erschlossen werden. Auch liegt der Standort etwas weiter vom Stadtzentrum entfernt.

Neubau könnte 30 bis 35 Millionen Euro kosten

Teuer wird das Projekt in jedem Fall. Nach der aktuellen Kostenprognose wird für den Neubau mit einer Gesamtinvestition von etwa 30 bis 35 Millionen Euro gerechnet.

Zunächst soll es aber um die weiteren Planungsschritte gehen. Dafür sollen rund 300.000 Euro freigegeben werden. Nach Abschluss der Vorplanung soll der Stadtrat erneut über die konkrete Umsetzung und die weiteren Kosten entscheiden.

Landrat Thomas Balcerowski denkt sogar noch größer und bringt ein gemeinsames Feuerwehr- und Katastrophenschutzzentrum auf dem heutigen Klinikgelände ins Spiel.

Die Standortfrage ist damit noch einmal neu aufgerollt worden. Denn die neue Feuerwache soll für viele Jahrzehnte gebaut werden. Entsprechend genau wollen die Stadträte hinschauen, bevor die endgültige Entscheidung fällt.

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