Virtual Boy

Virtual Boy 2026: Nintendos kultige Rot‑Brille meldet sich zurück

Mit dem neuen Virtual Boy bringt Nintendo eine seiner kuriosesten Konsolen als modernes Zubehör für die Nintendo Switch und Switch 2 zurück. Statt eines eigenen Systems handelt es sich diesmal um einen Aufsatz, in den die Konsole ohne Joy‑Cons vorne eingesteckt wird, sodass man durch eine rote 3D‑Brille im markanten Retro‑Look spielt. Optisch erinnert das Ganze stark an das Original aus den 90ern, inklusive Tischständer, doch die Technik im Inneren kommt natürlich von der aktuellen Switch‑Hardware.

Zwei Varianten

Nintendo bietet den Virtual Boy in zwei Varianten an: einer stabilen Kunststoff‑Version für rund 80 Euro sowie einer günstigeren Karton‑Version, die mit etwa 20 Euro preislich eher an Nintendo Labo erinnert. Beide Ausführungen setzen die App „Virtual Boy – Nintendo Classics“ voraus, die auf Switch und Switch 2 läuft, und sie verlangen ein Nintendo‑Switch‑Online‑Abo mit Erweiterungspaket, damit man Zugriff auf die Spiele bekommt. Besitzer einer Switch Lite gehen leer aus, denn das System wird offiziell nicht unterstützt.

Vor allem für Retrofans

Inhaltlich zielt Nintendo klar auf Nostalgiker ab: Zum Start sind mehrere Klassiker des ursprünglichen Virtual Boy dabei, darunter Titel wie Wario Land, Mario’s Tennis, Galactic Pinball und V‑Tetris im typischen rot‑schwarzen 3D‑Look. Weitere Spiele sollen nach und nach über den Online‑Service freigeschaltet werden, ähnlich wie man es bereits von NES‑ und SNES‑Katalogen kennt. Damit richtet sich das Angebot weniger an Gamer, die nach neuen Blockbustern suchen, sondern an Fans, die ein Stück Gaming‑Geschichte nachholen oder erneut erleben wollen.​

Auf Dauer kann die Nutzung anstrengend sein

Technisch erzeugt die Switch zwei leicht versetzte Bilder, die durch die verbauten Linsen zu einem stereoskopischen 3D‑Bild verschmelzen, wodurch der alte Effekt deutlich schärfer und stabiler wirkt – vor allem auf der leistungsstärkeren Switch 2. Trotzdem bleibt der knallrote Look des Originals ein zweischneidiges Schwert: Viele Tester berichten, dass längere Sessions anstrengend für Augen und Kopf sein können, obwohl Nintendo Komfortfunktionen wie eine softwarebasierte Einstellung des Augenabstands (IPD) integriert hat. Auch die starre Haltung über dem Tischständer wird immer wieder kritisiert, da Nacken und Rücken bei längerer Nutzung belastet werden.​​

Unterm Strich ist der neue Virtual Boy weniger als ernsthafte VR‑Alternative zu verstehen, sondern vielmehr als liebevoll inszeniertes Retro‑Gadget für Sammler und Nintendo‑Enthusiasten. Für alle, die mit dem Original nichts verbinden oder einfach bequem moderne Spiele zocken wollen, wirkt das Zubehör schnell wie eine teure Spielerei, während Fans die Mischung aus Historien‑Feeling, modernisierter Technik und kurioser Optik zu schätzen wissen dürften.​

Seite teilen